Mittwoch, 21. Oktober 2009

Schwere Jungs und leichte Mädchen? - Happy Birthday AceClub!

Reeperbahn, Große Freiheit und die Herbertstrasse sind nur drei von vielen Schlagwörtern, bei denen einem Hamburger Nachtschwärmer das Wasser im Mund zusammen läuft, wenn er an seinen geplanten Zwutsch "auf" St. Pauli denkt.

Und nachdem meine letzten Spielbank Besuche, in den Casinos von Lübeck und Hamburg, als eher unerfreuliche Erfahrungen von mir abgeheftet werden mussten, entschloss ich mich vorletzte Woche, mal mein Glück in einem Privatclub auf St. Pauli zu versuchen. Ja, auch wenn es mir meine Erziehung, durch die ersten Schuljahre auf einer katholischen Schule, eigentlich nicht erlauben sollte den Pfad der Tugend zu verlassen, so konnte ich der Versuchung doch nicht widerstehen, die dunkle Seitengasse der Sünde zu betreten, um neue Erfahrungen sammeln zu können. Versuch macht Klug

Im Herzen Hamburgs: St. Pauli

Natürlich ging mein Ausflug nicht in SO einen Privatclub, wie einige kleine Ferkel jetzt wohl denken mögen, sondern in die „AceClub“ Poker Lounge am Hans-Albers-Platz. Da im „AceClub“ nicht um harte Euros gespielt wird, sondern der Spaß am Pokern im Vordergrund steht, stellte ich mich schon mal auf einen gemütlichen Abend ein.

Meine Faulheit siegte mal wieder gegenüber der Vernunft und so entschied ich mich dafür, mit dem Auto auf den Kiez zu fahren. Eigentlich völliger Blödsinn, denn der „AceClub“ liegt so zentral, dass es mit Bus und Bahn ein leichtes ist, ihn zu erreichen. Aber ich such ja so gerne einen Parkplatz!!! :-) Gegen 18:45 war ich dann endlich auf dem Hans-Albers-Platz und …..

Erst im Innenhof zu entdecken: Die Leuchtreklame vom "AceClub"

…vom Pokerclub war weit und breit nichts zu sehen. Wie ein Tiger im Käfig lief ich mehrmals um den Platz herum, so dass bestimmt schon einige Passanten dachten, ich würde „Kundschaft“ suchen :-) Kneipen, Rotlicht und Imbissbuden, aber eine Werbetafel mit der Aufschrift „Aceclub“? Fehlanzeige!!! Oh,Oh, dabei fing das Turnier doch schon in 15 Minuten an. Dann endlich sah ich es, ein kleines Schild mit dem Clublogo und einem Pfeil, der mir den rechten Weg zeigen sollte. Ich hielt mich brav an die „Pfeilangabe“ und stand Sekunden später auch schon vor einem großen Gittertor, das einem Einlass in einen Hinterhof geben sollte, wenn es nicht verschlossen gewesen wäre. Ich kam mir vor wie unser Ex-Kanzler, der damals verzweifelt vor dem Kanzleramt stand und mit dem Schrei „Ich will hier rein“ am Eisentor rüttelte. Ich hatte aber keine Lust, so wie Gerhard Schröder einige Jahrzehnte zu warten, bis ich endlich Einlass bekommen würde und drückte ganz zart und smart den Klingelknopf

Bingo! Ein leichtes Summen ertönte und die Pforte öffnete sich. Doch die nächste Hürde ließ nicht lange auf sich warten: Denn um ins Treppenhaus zu gelangen, muss man abermals klingeln, um herein gelassen zu werden. Im 2. Stock angekommen, stand ich dann vor einer dicken Stahltür. „Wenn hier jetzt auch noch eine Gesichtskontrolle stattfindet, kann ich mir meinen Pokerabend wohl abschminken“ dachte ich noch so zu mir, als auch schon die Tür aufging und ich endlich das sah, wofür es sich zu Leben lohnt: POKERTISCHE !!!

Mein erster Eindruck der Location war genau so, wie ich es mir von einem Pokerclub auf St. Pauli auch vorgestellt hatte: Denn die tiefhängenden, schwarzen Lampenschirme über den Tischen, die „naturbelassenen“ Wände ohne viel Schnick-Schnack, eine Feuertreppe die zum Hinterhof führt — immer gut auf St. Pauli :-) — und der dezente Geruch von Tabak versetzten mich kurzzeitig in den Glauben, am Filmset von „Der Pate“ zu sein.

Mit 15,-€ kaufte ich mich in das, immer am Samstag stattfindende, Deepstack Turnier ein und gönnte mir vor dem Start noch eine Flasche alkoholfreies Bier. Macht einen zwar nicht blau, soll aber sehr gesund sein . Da auch Christin aka Davina Darr von IntelliPoker vorhatte, an diesem Abend das Haus zu rocken, hielt ich nach Ihr Ausschau und erspähte sie ein paar Minuten später an der Garderobe. Es fällt mir doch wesentlich leichter, mich an das Klima eines für mich neuen Clubs oder Casinos zu gewöhnen, wenn ich dort jemanden kenne. Wenn auch bis dato nur durch E-Mails. Aber Intelli ist ja schließlich eine große Familie:-) Nach einem kleinen Smalltalk hieß es aber auch schon: Shuffle up and Deal!

kleiner Einblick in einen Teil des "AceClub"

Gestartet wurde mit 5k an Chips und die Blinds erhöhten sich in moderaten Sprüngen, alle 15 Minuten. Nun würde ich das Startstack von 5k nicht unbedingt als Deep bezeichnen, aber es lässt sich schon ganz gut damit taktieren. So fing ich auch wie immer tight an und hoffte in den ersten 3-4 Level auf den Pokergott und gute Karten. Ich konnte meinen Stack auf ca. 11-12k bringen und dachte: „Es läuft, Sven“, als mir durch 2x das Turnier verhagelt wurde. Ich hab die Hände nicht mehr 100%ig in der Birne, aber es lief ungefähr so. In der ersten Hand lief ich gegen und ich musste mir den Pot bei einem Board teilen. Bei der zweiten Hand zeigte mein Gegner und ich hielt Bei dem Flop von hatte ich ja noch die Hoffnung, einen Flush zu bekommen, jedoch brachte der zweite auf dem Turn mir mein Drawing Dead und ironischerweise kam auf dem River noch ein Na toll, dann eben auf zum Cashgame.

Cashgame im „AceClub“ bedeutet, dass man für ebenfalls 15,-€ einen Gegenwert von 2k Chips erhält und damit (bei Blinds von 25/50) versucht, seinen Stack möglichst weit ins Plus zu bringen. — OK, darauf wärt Ihr sicherlich auch von alleine gekommen :-) — Die dazugewonnenen Chips werden am Ende des Abends in Punkte umgerechnet und dafür kann man sich dann Drinks an der Bar kaufen oder man spart sich seine Punkte auf, um sich etwas größeres aus dem Prämienkatalog auszusuchen.

Da saß ich also mit meinen 2k und hatte den wohl lustigsten Abend meiner Cashgame“Karriere“, denn schon nach wenigen Minuten war mir klar, dass ich (fast) alles vergessen musste, was ich jemals bei Intelli über Cashgame gelernt hatte. Also, zum Beispiel: Standardraise, Potgröße, Bluffen oder Value Bet. Die Spieler am Tisch waren ohne Ausnahme nett, freundlich und es wurde viel gequatscht und gelacht. Also quasi fast wie zu Hause. Und die Spielstärke der Meisten schloss sich dem Homegameniveau an. Und das meine ich nicht böse, denn ich wollte heute ja hauptsächlich Spaß haben.

Unter anderem saß da „Frau Bauchgefühl“ mit an meinem Tisch. Sie traf in den ersten Stunden fast jeden River, egal ob 2,3 oder 4 Outs, egal ob der Call nach Flop oder Turn gerechtfertigt war oder nicht. Denn wozu braucht der Mensch Pot Odds, wenn der Bauch schreit: CALL! Den größten Lacher aber brachte Sie mit einer Hand zu stande, die ich wohl nie mehr vergessen werde: Das Board zeigte und ihr Gegenüber wettete auf dem River einen nicht unerheblichen Betrag, den Sie auch brav bezahlte. Er zeigte den zur Straße und Sie drehte eine um. Der anschließende Satz von Ihr: „Ich dachte, Du spielst an, weil Du „nur“ den King hast und nicht den Buben“ brachte den Tisch zum beben. Nice Hand, Lady Ich glaube, Christin verdrehte Ihre Augen noch mehr als ich, lol.

Mit 10k ging meine Session zu Ende und es wurde das Abschlussturnier ausgerufen. Wer daran teilnehmen möchte, zahlt dafür 2k an Chips von seinem Cashgamestack. Wer weniger hat, darf seine restlichen Chips mit ins Turnier nehmen und fängt als Shortstack an. Die Blinds verdoppeln sich bei diesem Turnier zwar alle 10 Minuten und daher ist viel „Lotto-“ oder „Bingoerfahrung“ von Nöten, aber ich finde diese Idee, mit einer Art Freeroll den Pokerabend zu beenden, sehr gut!

Und was soll ich sagen, es scheint so, als hätte ich von meinem letzten Vegasurlaub die Lizenz zum Bingo spielen heimlich mit in den Koffer gepackt, denn ich konnte das Turnier gewinnen. Was zählen da denn schon noch die MOB Einträge, wenn man in seiner Heimatstadt den ersten MTT-Sieg seiner Karriere und 30k „AceClub“ Punkte mit nach Hause bringen kann? :-) Ich weiß nicht, ob es am Duft des Siegens oder an meinem breiten Grinsen lag, aber als ich um ca. 02:15 wieder über den Hans-Albers-Platz ging, um zu meinem Auto zu gelangen, wurde ich von zahllosen, jungen Damen angesprochen. „Hey Süßer, hast Du mal kurz Zeit?“ oder „Du bist aber nett, kommst Du mit hoch zu mir?“ sind nur die Spitze des Eisberges dessen, was mir so zugehaucht wurde. Aber ich bin ja nicht blöd, die wollten bestimmt nur das eine von mir, nämlich meine PUNKTE!!! Ne,ne, nicht mit mir Ladys

Hier kommen die schweren Jungs und leichten Mädchen hin, wenn sie nicht artig waren: Davidwache Hamburg

Erfolg macht ja bekanntlich süchtig und so versuchte ich eine Woche später erneut mein Glück im „AceClub“ und fand mich plötzlich auf einer „Geburtstagsfeier“ wieder, zu der ich gar nicht eingeladen war. Der Club feierte nämlich seinen 2. Geburtstag und aus diesem Anlass wurde das Buyin für heute auf 10,-€ gesenkt und es gab zu jedem Buyin noch ein Bier oder Softdrink oben drauf. Vielen Dank dafür und nochmals Happy Birthday! Diesmal lief es allerdings nicht ganz so gut und außer einem Plus von 2k Chips im Cashgame war an diesem Samstag nichts für mich zu holen.

Abschließend kann ich mit meinem wirklich reinem, katholischem Gewissen sagen, dass es sich für jeden begeisterten Hobbyspieler lohnt, einmal einen Abend im „AceClub“, auf St. Pauli zu verbringen. Man merkt Matthias und seiner Crew an, dass sie was vom Pokern verstehen und beim Ausrichten von Turnieren und Cashgame Spaß an der Sache haben. Es wird vernünftigund zügig gedealt, die Tische sind schön groß und bei Farbe und Qualität der Pokerchips könnte sich manch ein Casino mal eine Scheibe abschneiden. Mir hat´s gefallen! Sorry, ich komm wieder

Achso, bevor ich es vergesse: Es braucht keiner von Euch Angst zu haben, im „AceClub“ auf schwere Jungs oder leichte Mädchen zu treffen. Alles Menschen wie Du und ich. Obwohl, würde ich mich selber dort treffen wollen???

Muss weg, in der Glotze kommt „Der Pate“ Teil 13!

Liebe Grüße

Euer Sven

Next Stop: 23.10. Deep Stack Schwerin

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Warum ein klares Schwarz und Gelb besser ist als Lila/Rot/Grün

….das werde ich Euch später gerne erläutern. Und keine Angst: Ihr seit weder auf der Homepage vom gelben Guido gelandet, noch werde ich Euch mit irgendwelchen, politischen Nachlesen zur Bundestagswahl 2009 langweilen, denn: Isch kandidier(t)e nicht, weisse Bescheid Schätzelein :-)

Ne, ne ich schreibe immer noch auf den Seiten von IntelliPoker. Aber auch wenn es in meinem heutigen Bericht nicht um Politik, Kirche oder ähnliche Streitthemen geht, werde ich mir wohl sehr wahrscheinlich den Unmut einiger Menschen aufhalsen. Mein heutiger Blogeintrag handelt nämlich von meinen Erlebnissen im Casino Esplanade, erbaut in der schönsten Stadt der Welt: In „meinem“ Hamburg. Seht Ihr, geht schon los. Ich kann jetzt schon deutlich einige Buuuhs bis zu mir nach Hause hören, denn mit meiner Liebeserklärung an HH werde ich mich bestimmt schon ein wenig in die Nesseln gesetzt haben. Aber was nützt mir, als stolzer Hamburger, die ganze Schleimerei rund um meine Heimatstadt, wenn das Casino mitsamt seinem Turnier meine Erwartungen nicht erfüllen konnte.

^^ Binnen Alster mit Rathaus^^
Mit dem Auto ging es also am Samstag in die Hamburger City und kaum hatte meine alte Blechlaube die Schranke des Parkhauses der Spielbank vor seinen Scheinwerfern, quietschten auch schon die Reifen und im Rückwärtsgang ging es wieder Ruck zuck vom Hof. € 6,- Euro für einen kleinen Schlafplatz ohne Vollpension für mein Auto zu bezahlen erschien mir nicht angemessen und so parkte ich in ca. 300m Entfernung vom Casino, nämlich am Bahnhof HH-Dammtor. Zwar stand das arme Ding jetzt im Freien, aber es kostet dort am Samstag und Sonntag keinen Cent.

Der zweite Schock folgte dann beim Check in. Das jedes deutsche Casino einen Ausweis verlangt und die Daten dann anschließend speichert, ist mir ja schon bekannt gewesen. Das ich jedoch auch als Pokerspieler € 2,- Eintritt bezahlen muss, war mir neu. Davon mal ganz abgesehen: Warum verlangen Deutsche Spielbanken überhaupt Eintritt? Die Casinos wurden allesamt von unseren Steuergeldern gebaut, bringen dem Staat durch Roulette, Black Jack und Slotmaschinen viel Geld in die leeren Haushaltskassen und wer als „reicher Mann“ reingeht um sich dem Glücksspiel hinzugeben, geht zu einem sehr hohen Prozentsatz eh als Verlierer wieder raus und zahlt doppelt.

Auch die Pokerspieler werden durch den Eintritt doppelt zur Kasse gebeten, denn schließlich zahlen wir bei einem Turnier ca. 10% des Startgeldes noch mal on Top als Kommission und bei einem Cashgame gehen meist 5% des Pot´s ans Haus. Hamburg ist das erste Casino das ich kenne, wo man auch als Pokerspieler Eintritt zahlen muss. Gar nicht Nice :-(

Meine Turnieranmeldung für die Premiere das erstmals ausgetragenen Turniers „YOUR TOURNament“ ging zügig und ohne Probleme von statten. Für das Buyin von € 50,- + € 5,- bekam ich 3000 Chips und jeder Teilnehmer hatte die Option in den ersten 60 Minuten ein Rebuy für € 25,- / 3k Chips zu tätigen und das unabhängig von seinem Stack. Ich dachte bisher immer, dass man ein Rebuy nur dann machen kann, wenn man weniger Chips hat als das Startingstack war, aber wenn dies die Hausregel ist, geht das in Ordnung.

^^ Hamburger Fernsehturm^^
Kaum saß ich am Tisch, erblickten meine alternden Augen auch schon das nächste „Problem“: Die Jetons! Bunt wie Hund, in allen erdenklichen Farben, sowie Sie die der liebe Gott vor Millionen von Jahren erschaffen hat. Später kamen dann 1k und 5k Jetons ins Spiel, die dazu auch noch einen größeren Durchmesser hatten. Also, fast jede andere „Sportart“ hat seine festen Regeln, unabhängig ob Amateur oder Profi, erste oder zweite Liga. Beim Fußball zum Beispiel ist der Ball immer rund, gehört ins Eckige und ein Spiel dauert 90 Minuten. Beim Pokern aber darf jedes Casino seine Jetons bedrucken wie es der Chef will, dabei gibt es doch mittlerweile Standardfarben für bestimmte Werte, wie Sie auch bei der WSOP oder EPT eingesetzt werden.



^^ klare Farben mit Wertaufdruck anstatt bunte Willkür: die Standartchips eines großen Turniers ^^
Egal, Schwamm drüber. Die Stimmung am Tisch jedenfalls war sehr gut, freundlich und es wurde fast mehr gequatscht als bei manchem Kaffeekränzchen. Ich kam mir fast vor wie bei einer geselligen Homegamerunde. Dumm nur, wenn aufgrund dieser lockeren Stimmung sich einige Dealer dazu hinreißen lassen auch redseliger zu werden. Es kann einfach nicht angehen, das ein Dealer mit dem Satz: „Du hast doch schon XXX Chips im Pot“ einen Spieler dazu animieren will, nach dessen Call ein Raise vom Gegenspieler zu bezahlen. Das darf ja noch nicht einmal ein anderer Spieler am Tisch, selbst wenn er nicht an der Hand beteiligt ist. Auch sonst war die Qualität der Dealer, na sagen wir es mal nicht ganz so scharf, nicht dem eines Casinos entsprechend. Es wurde z.B. das „reintröpfeln“ von Chips nicht als Stringbet erkannt. Außerdem wurden bereits verdeckte, gemuckte Karten umgedreht, obwohl der Spieler, der den Pot aufgab NICHT der Aggressor war. Den größten Knaller brachte allerdings der Dealer, der in der Antephase zu uns an den Tisch kam und uns mit ernster Miene fragte, warum wir denn alle schon einen 25er Chip in die Mitte schieben würden. Lol, was´n Spaß :-)

Bevor ich dann mal endlich zum eigentlichen Turnier komme, möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich keinesfalls den armen Dealern die Schuld für solche Fehler gebe und mich auch nicht über Sie Lustig machen möchte. Schuld sind meiner Meinung nach die Übungsleiter bzw. Saalchefs, die offenbar eine schlechte bis gar keine Schulung vermittelt haben. So verstehe ich auch nicht, wie ein Turnierdirektor 45 Sekunden vor Ablauf des Blindlevels „nach dieser Hand Blinderhöhung“ annoncieren kann. Ist der Hellseher??? Der weiß doch gar nicht, ob die aktuelle Hand schnell oder langsam gespielt wird und eventuell bereits vor dem Ende der 45 sec. wieder Neu gemischt wird. Bei einem Sachpreisturnier habe ich ja viel Verständnis für kleinere Fehler seitens der Turnierleitung, aber ich saß hier in einem mehr oder weniger staatlichen Casino und da erwarte ich mehr. Achso, ich vergaß die Deutsche Bahn ist ja auch staatlich und bei denen …......
^^ Spielbank Esplanade Hamburg ^^
Jetzt aber zack, zack zum Turnier. Ich hatte nicht nur einen stimmungsvollen Tisch erwischt, sondern auch einen sehr leichten. Ich würde schätzen, dass 4-5 schwache bis sehr schwache Spieler und lediglich 2-3 gute Spieler am Tisch saßen. Die restlichen hielten sich im „Niemandsland“ auf, entsprachen also somit meiner Spielstärke :-) Glücklicherweise saßen die zwei sehr loosen Spieler rechts von mir und mit denen hatte ich auch die meiste Konfrontation.
Gleich im ersten Blindlevel bekam ich in der SB AxAx und raiste bei 2 Limpern auf 350. Einer von den beiden bezahlte und mit Kx8x8x bekam ich einen super Flop. Ich setzte 700 von vorne und wurde bezahlt. Der Turn brachte einen Jx. In der Hoffnung er hätte den Kx getroffen wollte ich Schwäche zeigen, so als wenn ich AxQx oder ein mittleres PP in der Hand hätte und checkte. Die Gefahr eines Draws schloss ich dabei aus. Mit einer 6x auf dem River setzte ich nun knapp halben Pot, doch leider sprang er nicht drauf an und schmiss seine Hand weg. Denke mal, dass er eine Hand hatte, wie ich Sie auf dem Turn repräsentieren wollte :-)

Ich schloss die Rebuyphase mit ca. 3,2k ab und kaufte mir für € 25,- das Rebuy = 3k Chips, sowie das Addon für ebenfalls € 25,- = 4,5k Chips. Ob es allerdings eine schlaue Idee war, beides einzulösen, müssten mir mal bitte die Rechenfüchse sagen. Denn nach Rebuy und Addon kostete eine Runde bereits 700 Chips. Jedenfalls ging ich mit knapp 11k nach der Pause wieder an den Tisch. Ziemlich kurz danach bekam ich AhJd in der SB und füllte bei 4 Limpern nur auf. Bei einem AcTc3c Flop checkte ich wie alle anderen auch, bis der Button 1,5k wettete. Nun, der Button war der absolut looseste Spieler am Tisch und ich konnte einfach nicht widerstehen, gerade Ihm vorzugaukeln, dass ich bereits einen Flush getroffen hätte und raiste auf 3,5k. Natürlich waren da noch 4 andere Spieler, die eventuell nur gecheckt haben um Ihr „Monster“ zu verbergen, aber ich musste es einfach tun :-) Weil alle anderen wegschmissen, ging mein Plan soweit auch auf, bis der Button mir ein Allin als Antwort gab. Zitrone, Banane und Fold.

Nun kommt leider schon meine letzte Hand: In MP hatte ich KxKx und leider nur noch 5,2k Chips bei einem M von 1900 Chips pro Runde. Ein sehr schwacher und Chipverliebter Spieler machte vor mir bei Blinds von 300/600 Ante 100 ein Miniraise auf 1200. Wenn nicht gerade er dieses Raise gemacht hätte, wäre ich logischer Weise sofort Allin gegangen. Ich ging aber davon aus, dass wenn ich nur auf 3,6k Reraise, die anderen Mitspieler die Stärke meiner Hand sehen und somit folden würden, er jedoch mit ziemlicher Sicherheit nur seine 1,2k Jetons in der Mitte sieht und die 2,4k nachzahlt.
Er setzte mich sogar sofort Allin. Bingo, her mit den Chips! Als ich dann noch die Qx9x offen vor Ihm liegen sah, konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen. ABER: Wer zuletzt lacht ….usw., denn der Dealer schaffte es mich mit XQxQx X X aus dem Turnier zu kegeln. Ich wette, selbst wenn mein Gegenspieler Kx X gehabt hätte, wäre ich gegen einen Drilling rausgeflogen.
Fazit: Ich wollte das er mich callt, ich hoffte auf eine Schwache Hand und einem Fehler von Ihm, er tat mir den gefallen und dennoch war mein Turnier nun zu Ende.

Isch hab Kreislauf,
Euer Sven