Dienstag, 30. Juni 2009

Wildes Bügeln und geplatzte Pariser....

....Eifelturmnachbildung´s Expedition.

Montag, 29. Juni 2009

Ohje, erst letztens bekam ich eine E-mail von einer älteren Dame aus meinem engsten Freundeskreis, die mich um meiner Ausdrucksweise her zügeln wollte. Es würden sich, seit dem Beginn meiner Vegasreise, in mir vorher nie gekannte sexistische Züge auftun. Naja, entweder liegt das an der Casinoluft und dem guten Wetter von Las Vegas oder aber an der Interpretation des ein oder anderen Lesers. Dritte Möglichkeit, die aber wiederum ich nicht wahrhaben will, ist: Sie hat Recht und gibt einen aus :-) Freu´ mich schon auf die nächste Mail.

Mein heutiger Tag begann also mit einer so anstrengenden „Bügelei“, dass sogar die Fensterscheiben meines Hotelzimmers davon anfingen zu beschlagen. Es entwickelten sich so immens starke und heiße Dämpfe, dass die Luftfeuchtigkeit im sonst so trockenen Vegas auf fast 100% anstieg. Leider war es schon ein älteres Model und um besser gleiten zu können benötigte es daher mehr Flüssigkeit, als die hippen und formschönen Geräte der heutigen Generation. Da es mir dadurch aber wesentlich leichter fiel, das ewige hin und her zu beschleunigen, nahm ich dafür auch gerne die Schweißperlen auf meiner Haut in Kauf. Denn was ist schlimmer als vertane Liebesmüh? Schließlich wollte ich ja auch, dass man mir meine Anstrengungen ansieht, wenn’s wieder an den Pokertisch ginge.


Heißes Teil, oder?

Jedoch braucht es seine Zeit, bis all meine Poloshitrs wieder knitterfrei und frisch gestärkt im Schrank hingen. So musste eben mein Mittagessen ausfallen, denn ich wollte heute noch unbedingt zum Airport. Keine Angst, ich hatte nicht vor schon nach 5 ½ Wochen die Rückreise anzutreten, sondern ich wollte einmal den aktuellen Ticketmarkt abchecken. Jetzt war da nur das Problem, dass die Amis nicht solche „Last Minute Inseln“ im Flughafen haben, wie wir es von unseren wie z.B. in HH, Berlin oder München her kennen. Und da die Ticketpreise am Schalter der Airlines meist wesentlich höher sind, als im Internet, war das ein Satz mit X und ich machte mich mit dem Bus in Richtung des Strip´s auf.

Dort musste erst einmal mein Magen mit Nahrung versorgt werden und da es danach schon leicht Anfing zu dämmern, kam mir die Idee mal ein paar hübsche Fotos vom Eifelturm aus zu schießen. Die Stratosphäre ist zwar wesentlich höher, liegt aber bei weitem nicht so Zentral wie das Paris Hotel und Casino. Außerdem hat man von da oben sicherlich einen tollen Blick auf die Bellagio Fontänen. Was hilft einem jedoch die Vorfreude auf tolle Schnappschüsse, wenn man sich dafür die Beine in den Bauch stehen muss? Mir erschien die Schlange vor dem Kiosk, wo die Eintrittskarten verkauft werden, endlos zu sein und so gab ich das Vorhaben nach ca. 10 Minuten wieder auf.


Pariser Küsse?

Zwar satt aber ohne neue Fotos in der Kamera zu haben ging es zurück ins Hotel, wo ich mich per Mausklick von meinem liebgewonnenen Red Rock Hotel verabschiedete. Aus den Augen aus dem Sinn könnte man jetzt denken, aber so ist es nicht. Werde ich bestimmt bei einem späteren Vegasurlaub nachholen und die Stornierung fiel mir wirklich nicht leicht.

Jetzt muss ich aber mal wieder etwas Wasser nachfüllen, damit´s auch schön dampft

Liebe Grüße,
Euer Sven

Sonntag, 28. Juni 2009

Dummerchen

Sonntag, 28. Juni 2009



Nein, was bin ich wieder mal Sauer. Aber Ausnahmsweise nicht wegen der anderen, sondern auf mich selber. Ich hasse es, wegen eines eigenen Fehlers vom Turniertisch aufstehen zu müssen. Wir waren gerade am Anfang des 8. Levels, in dem ich mit 20,4k Chips ziemlich genau bei Average lag, als mein Hirn wieder mal den Knopf fürs Vakumieren des selbigen fand und der Sven, mit nicht einer einzigen grauen Zelle in seinem Hohlraum, Mist baute.

Eine Hand bevor es zu meinem Ausscheiden kam, saß ich in der BB und wollte gerade zu einem schönen Move ansetzen, als die SB mir diesen versaute. Die SB ging bei 4 Limpern Allin und sahnte so ohne Gegenwehr einen Pot von knapp 8k ab. Und genau das hätte ich aus meiner BB mit „Any Two“ machen wollen. Aber nein, die SB musste ja unbedingt was vom Pokern verstehen.

Vielleicht war ich noch mit meinen Gedanken bei meiner verpassten Chance, als ich eine Hand später am Button ATs fand und als alle zu mir foldeten (bei Blinds von 600/1.2k/100Ante) auf 3.6k raiste. BB zeigte sich davon wenig beeindruckt und schob Allin. Jetzt kann man denken, die BB denkt, ich will nur klauen und schiebt so oder so Allin. Aber ich kannte die Dame und Ihr Spiel noch nicht, weil Sie gerade erst an den Tisch gekommen ist.

Hätte ich gepasst, wären mir noch ca. 15k bzw. 5M´s geblieben, aber ich Dummerchen callte und so lief ich gegen Asse und Tschüß.
Ich finde meinen Call Grottenschlecht. Wäre ich Preflop, vor Ihrem „Move“, selber Allin gegangen, hätte ich eventuell gesagt, thats Poker, aber so find ich es dumm von mir.

Über meine Dummheit schimpfte ich selbst dann noch, als ich schon in der Fremont Street war, um zum Frustessen ins Plaza Casino zu gehen. Die ganzen Touris dachten sicherlich über mich, dass ich gerade mein ganzes Geld beim Baccara oder Black Jack auf den Kopf gehauen haben muss. Es ging mir aber nicht um die $ 160,-, sondern der Fehler wurmte mich. Bei einem $ 20,- Online Turnier hätte ich mich bestimmt genauso geärgert.

Ich werde heute mal versuchen, früher ins Bett zugehen, um meine Batterien aufzuladen. Die letzten Tage bekam ich vor 6:00 Uhr kein Auge zu. Aber ich glaube nicht, dass es daran lag.

Jetzt besauf ich mich aber erst mal mit mindestens 1 Liter Gatorade Strawberry!!!

Prost,
Euer Sven

Lazy Day

Samstag, 27. Juni 2009

Meine Spezialität, sich eine faulen Tag zu machen, stand heute mal wieder ganz oben auf meiner täglichen To-do-List. Und bevor Ihr es jetzt macht, stelle ich mich lieber gleich selber an die Wand um Euren Tadel entgegen zu nehmen. Wobei es eigentlich nur von außen so aussah, als wenn der Tag an mir vorbeiplätscherte, denn in Wirklichkeit war ich ja surfen. Dass das hier in der Wüste von Nevada nichts ungewöhnliches ist, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Man muss halt nur das richtige Equipment dabei haben, was bei mir Sportskanone natürlich nur das Laptop sein kann.

Als erstes aber suchte ich den Kontakt zu meiner „Freundin“ von Dollar, um Ihr die $ 19,15 aus der Tasche zu ziehen. Doch die gute Frau hatte heuten Ihren freien Tag. Schön für Sie, Pech für mich. Dann ging es mit der Arie weiter, die Deutsche Lufthansa oder Miles and More an den Hörer zu bekommen, aber auch diese Versuche schlugen fehl. In Frankfurt war immer noch besetzt und die Amis haben am Wochenende keine Sprechstunde.

Hat jemand von Euch schon mal eine Deutsche 01805er Nummer aus den USA angerufen und wenn ja, wie? Würde mir eine große Hilfe sein, denn scheinbar lackieren sich die Damen in Frankfurt über Tage hinweg die Fingernägel und die Herren vom Callservice haben bei der Stellenbeschreibung den Begriff Callservice wohl missverstanden.

Aber mein geplantes Projekt „8 Wochen Las......und ein bisschen xxx“ musste auch so weitergehen. Da heute die W-Lan Verbindung recht gut war, besorgte ich mir vorsorglich schon mal Tonnen an Infos für meine bevorstehende Verlängerung. Ich kann nur hoffen, dass ich von der Swiss Air oder der Lufthansa kein Golden Goal eingeschenkt bekomme. Sollten nämlich alle Rückflüge schon ausgebucht sein, ist der Ball unhaltbar bei mir im Netz gelandet.

Mein Vorhaben, ein kleines Turnier zu spielen, hat mir dann die blöde Flimmerkiste versaut. Fast 4 Wochen war die Klotze kaum an und dann zog ich mir heute einen Film oder eine Show nach der anderen rein. Schön Dumm, wenn man eigentlich nur in den Fahrstuhl einsteigen muss und beim aussteigen schon von alleine über den Pokertisch stolpert. Naja, morgen ist ja mein Turnier und da werde ich hoffentlich über Stunden am Tisch sitzen dürfen.

Und das war es dann leider auch schon mit meinem Tag. Das Resultat seht Ihr an dem nicht gerade spannenden Tagesbericht von mir. Aber zum Glück könnt Ihr Euch ja mit den überzahlreichen Blogeinträgen der Erdnasen, Thater´s, Doc´s und anderen Pro´s die Zeit vertreiben. Oder sind die etwa, wie eine Pustblume, vom Winde verweht worden?

Mal schauen was im Fernsehen läuft,

lieben Gruß
Euer Sven



Turniertipps für Vegas

Ich sehe es doch an Euren lüsternen Augen und dem unappetitlichen Schleim an Euren Mundwinkeln, dass Ihr nur das eine wollt. Dazu sollte es noch günstig zu haben sein, viel Spaß machen und im Idealfall über Stunden gehen, bis Ihr endlich das große, unbeschreibliche Glücksgefühl in Euch spürt.

Ich schrieb hier selbstverständlich gerade über Euren Wunsch, so viele Turniere, zu einem guten Preis, wie nur möglich in Vegas spielen zu können und nicht über das –ZENSIERT-.

OK. Ich mach Euch jetzt mal einen Vorschlag: Ich „lade“ Euch zu einem kleinen 20 Spieler/2-Table Turnier zu mir nach Hause ein. Die Getränke sind selbstverständlich frei und das BuyIn werde ich mit 30,- € schön günstig halten. Hört sich gut an oder?

Preisverteilung machen wir mal, nur für die ersten 3 Plätze, wie folgt:
1. Platz 150,-€ 2. Platz 100,-€ und dritter Platz 50,-€
Freut Ihr Euch immer noch auf das gesellige Homegame bei mir?

Dann freut sich der Sven aber auch ganz dolle :-) Denn den Rechenfüchsen unter Euch wird es sofort aufgefallen sein. Es fehlen 50% des Startgeldes. Wobei „fehlen“ nicht ganz Richtig ist. Die fehlen nicht, die habe nur jetzt ICH und deklariere Sie offiziell als Rake.

Warum ist der Sven so ein Schuft? Weil ich es mir von einigen Vegascasinos abgeschaut habe. Leider nehmen viele Pokerrooms viel zu viel Rake und schütten manchmal nur noch 60-70% des Startgeldes wieder aus.

Damit Euch das nicht passiert, informiert Euch vorher über die einbehaltene Kommission. Eine der besten Interseiten, die ich zum „Preisvergleich“ hierfür kenne ist:
http://www.allvegaspoker.com/tournam...turned&ord=asc
Ihr könnt die Tabellen beliebig sortieren, z.B. nach Buyin, Casino, Fee etc.
Auf dieser Seite kann man sich auch gut über die Pokerräume von Vegas informieren, was Comps, Roomrate für Pokerspieler oder ähnliches betrifft.
Eine zweite Seite wäre:
http://www.lasvegasvegas.com/poker/tournaments.php

Samstag, 27. Juni 2009

Steaming Sven

Freitag, 26. Juni 2009


Achtung, bitte nicht so nah an mich rantreten, Explosionsgefahr!!! Bah, was bin ich sauer. Wenn ich als Schnellkochtopf ohne Überdruckventil auf die Welt gekommen wäre, dann hättet Ihr meine Einzelteile heute zur Aluminium-Annahemstelle bringen können und ich würde sehr wahrscheinlich als Bierdose wiedergeboren werden. Mit Überdruckventil hingegen, hätte ich heute locker Zehn finnische Dampfsaunen versorgen könnnen.


Mein heutiger „Dampftag“ fing damit an, dass das Wireless Lan zuerst nicht funktionieren wollte. Erst hatte ich Null Empfang und dann ab und an mal nur einen roten Balken. Ich bin mit meinem Laptop wie ein Irrer durch mein Zimmer gelaufen, um die Stelle mit dem besten Funksignal zu erwischen. Die war natürlich da, wo werde Tisch, noch Bett, noch sonst irgendetwas zum abstellen des PC´s war. So musste ich in Recht unbequemer Lage versuchen, meine E-Mails zu lesen und zu beantworten. Doch, oh Wunder, nach 15 Minuten war der W-Lan Balken dann Grün anstatt Rot.

Also schnell auf zur Intelliseite. „Datenbankfehler“ „Server nicht gefunden“ und „Der Server antwortet nicht“ waren allerdings die einzigen Pulsschläge, die ich von Intelli vernahm. „Ah, die schieben heute meinen gesamten Blog mit 1.7 Mio. GB Inhalt auf die Startseite. Der Sven hat den Server lahm gelegt,“ freute ich mich schon. Aber auch hier kam schnell die Ernüchterung, denn als Intelli wieder Online war, konnte ich mich mitnichten neben Negeranu, Körner und Co. wiederfinden, sondern treibe weiterhin hier im Userforum meine Späßchen.

Zum Schluss wollte ich mir nur noch die aktuelle Kreditkartenabrechnung anschauen und da flogen auch schon die ersten Schrauben wegen Überdrucks durchs Zimmer. Hat mir Dollar doch tatsächlich $19,15 für irgendeinen Müll abgezogen. Sollte jemand von Euch noch einen Job in Vegas suchen, morgen wird einer frei! GARANTIERT! Denn ich muss Morgen eh Richtung Sahara Hotel. Sollte ich vielleicht am Abend machen, da sieht man dann das „Sven´sche Feuerwerk“ besser :-)


Nach dem Mittagessen sollte dann der Miles&More Service von meiner Absicht erfahren, dass ich gerne meinen Flug auf ein anderes Datum umbuchen möchte. Geplant war die Rückreise für den 17.07. (sonst hätte der Blog ja auch nicht 8 Wochen ....geheißen .:-) Ich habe da aber noch etwas im Sinn, was einen Rückflug frühestens ab dem 27.07. zulassen würde. Was mir da durch meinen Hohlkörper oberhalb des Halses durchschwirrt, verrate ich aber erst wenn es Spruchreif ist. Denn leider musste ich bei den Versuchen, mit meinem US-Handy oder der Prepaid Festnetzkarte anzurufen, feststellen, dass ich keine 0180x Nummern damit wählen darf. Und bei der 069ner Nummer von M&M war immer besetzt. Nice Customer Service.

Mit einem Druckpegel von ca. 17bar schlug ich dann im Pokerroom auf. Wie ich ja schon mal schrieb: Freitag = Touris = VIEL Alkohol = $$.
Das war die normale Formel. Die eigens für mich entwickelte sah jedoch wie folgt aus: Freitag = Touris = VIEL Alkohol = --$$$$ = &$!!(%$x?§!!!

Ne, ne was das Livespiel betrifft bin ich bestimmt nicht der Dauergrinder vor dem Herrn, aber einige(s) sind/ist mir dennoch schon am Pokertisch begegnet, denen man noch den Brei vom Mund abwischen musste, weil deren Spiel noch in den Kinderschuhen steckte.


Aber die zwei Australier von heute Abend schossen wirklich Vogel ab. Mit leichten Alkoholvergiftungserscheinungen und Null Ahnung vom Pokern saßen die beiden an meinem Tisch. Ihre Känguru´s sicher beim Valetparking wähnend, versuchten Sie im Binons mal den Crocodil Dundee rauszulassen. Den 7 anderen Mitspielern und mir war sofort klar, dass das einem kostenlosem All-you-can-Eat Aborigines Buffet gleichkam. Aber nach 3h Stunden standen die zwei mit etlichen, weiteren Drinks im Kopf und einer gefüllten Brieftasche vom Tisch auf und bliesen vor Freude so laut in Ihr Didgeridoo, das man es noch im Rio hätte hören müssen.

Die Hand des Tages spielte mein Nachbar gegen einen der beiden. Die war wie folgt:
Nachbar raist Preflop, nur der Aussie geht mit. Flop:
Aussie bietet, Nachbar raist, Ausssie zahlt: Turn:
Aussie setzt !!! $5,- !!! in den ca. $ 50,- großen Pot, Nachbar zahlt River:
Board nochmal in Zeitlupe
Aussie setzt !!! $5,- !!!, Nachbar geht mit $ 105,-Allin, Aussie zahlt und zeigt und mein Nachbar muckt mit sichtbar hochrotem Kopf seine Hand. Pocket Q´s hätte er gehabt, sagte er zu mir.
Good call, Good call, lol

Ich verlor heute u.a. AA gegen AQ weil bei meinen Allin (nach dem Flop) ja noch Runner, Runner Flush kommen musste.
KK verloren gegn J9o und Runner, Runner Straight.
Und bei meinen zweiten Pocket Assen hatte mein Gegner dummerweise auch AA in der Hand.

Ich geh jetzt mal Dampf ablassen,

Grüße aus Down Under,
Euer Sven

Freitag, 26. Juni 2009

Wunscherfüllung und Augenfehler

Donnerstag, 25.06.2009
Alles fing damit an, dass ich, wohl aufgrund meines gestrigen Colakonsums, der bestimmt dem Wochenverbrauch einer 4 köpfigen amerikanischen Familie entsprach, durch zu spätes ins Bett gehen mal wieder bis 12:30 (ver)schlief. Und genau in dem Moment, als meine Augen unter größter Anstrengung versuchten, die ersten Sonnenstrahlen zu erblicken, stand Sie auch schon in meinem Zimmer. Die knappbekleidete, blonde, blauäugige Schönheit, die mein Zimmer aufräumen wollte.

Als ich mir jedoch die letzten vom Sandmann übriggebliebenden Staubkörner aus der Pupille wischte, stand auf einmal eine ältere Dame in blauem Kittel vor mir, die sich mit mexikanisch-spanischen Akzent 1000x dafür Entschuldigte, in mein Zimmer eingedrungen zu sein. Sie hätte aber ein paar mal geklopft und auch laut Housekeeping gerufen. Aber der Sven (er)hörte Sie nicht. Ob das nun an meinen Ohrstöpsel oder an den Extrakten der angeblich nicht mehr für Coca Cola benutzten Kokablättern lag, ließ sich auf die schnelle nicht rausfinden. Auf jeden Fall liebe Kinder: Zuviel Cola ist nicht gut für Euch (o.k. für die besserwisserischen Erwachsenen auch nicht), aber ich spreche da aus Erfahrung :-), also immer schön in Maßen genießen.


Jedoch hatte die Mixtur aus Cola, Apfel und Salzstangen seine Wirkung nicht verfehlt, denn es ging mir wieder gut und ich hatte sogar wieder Lust auf ein Frühstück. Da aber um diese Zeit selbst in Vegas kein Frühstück mehr angeboten wird, entschied ich mich im Hotelrestaurant einen kleinen Salat und einem Teller Pasta zu mir zu nehmen. Man soll es ja nicht gleich wieder übertreiben.

Nach dem leichten Mittag ging ich (kurz) zurück in mein Zimmer, um eigentlich nur schnell meine Kamera zu holen. Doch der Duft des frischbezogenen Bettes und die einladend aufgeschlagenen Kopfkissen ließen mich, wie von magischer Hand, dahinsingen und ich fiel in einen leichten Mittagsschlaf. In diesem träumte ich dann von meiner „Genesungsbelohnung“, wie sie oft kleine Kinder als Trostpflaster dafür bekommen, weil die Hilfsschwester beim Blutabnehmen mal wieder dreimal neben die Vene gestochen hat, bevor der rote Saft endlich floss.



Wie aber sollte mein Schmerzengeld für all die erlittenen Qualen der letzten 2 Tage aussehen und vor allem von wem? „Selbst ist der Mann“ sagte ich zu mir und so ging ich zum Half Price Ticket Counter, um mir ein Showticket für den heutigen Abend zu kaufen. So suchte ich mir die Show von Cris Angel aus. Ein in den USA sehr populärer Illusionist, der seine Magic Show zusammen mit dem weltbekannten Cirque du Soleil konzipiert hat. Ich hatte zwar für die Top Shows in Las Vegas von Ticket4Tonight abgeraten (da man beim Ticketkauf noch nicht weiß wo man sitzt), aber ich fand $87,- anstatt $140,- für eine Aufführung, die ich mir sonst nicht unbedingt angesehen hätte, genug Geld.

Mit Kategorie 2 bekam ich jedoch einen guten Platz und hatte auch nicht das Gefühl eine Restkarte erworben zu haben. Und die Show war, entgegen meiner Vorstellung, widererwartend gut, wenn auch vielleicht etwas zu kurz. Das einzige was jedoch an Cirque du Soleil erinnerte, war die Musik, denn von Akrobatik oder Artistik war nichts zu sehen. Ist halt Magic. Wer lieber den ursprünglichen und einzigartigen Cirque du Soleil sehen möchte, dem empfehle ich auf jeden Fall: 1. Ka gefolgt von „O“ oder Mystere. Das Geld ist es 100%tig Wert und Ihr werdet in Deutschland vergeblich nach vergleichbaren suchen.



Mit ein paar Aufnahmen vom Luxor, Excalibur und dem Mandaly Bay ging es dann zurück ins Hotel. Immer noch unter den Eindrücken des letzten Zauberaktes der Vorstellung, denn den widmete Cris Angel den heute verstorbenen Farah Fawcett und Michael Jackson und verabschiedete sich von der Bühne mit dem Satz:

Lebe und genieße Dein Leben jeden Tag so, als wenn es Dein letzter wäre, egal ob Du jung oder alt bist.

Liebe Grüße,
Euer Sven

Donnerstag, 25. Juni 2009

Läuft gut

Mittwoch, 24.06.2009
Wie soll ich denn bloß einen Blogeintrag schreiben, wenn mir das Bett zwar die notwendige Ruhe gibt, ich aber natürlich viel lieber am Pokertisch sitzen würde? Ich will es mal so sagen: Es lief heute trotzdem gut

Das lange Ausschlafen und die damit aufgeholten Stunden der letzten (unruhigen) Nacht taten mir sichtlich gut. Die Übelkeit und die Kopfschmerzen waren zum Glück verflogen und nur der Bauch schmerzte noch ein wenig, so dass ich es doch vorzog heute im Hotelzimmer zu bleiben. Denn nur hier konnte ich mir sicher sein, immer ein freies, stille Örtchen zu finden, wenn ich es brauchte. Außerdem hatte ich wahrlich keine Lust, wohlmöglich meine Nuts unten im Pokerroom folden zu müssen, nur weil ein Verdauungsschub bei mir versuchte, das Licht der Welt zu erblicken.

Da mein Appetit auch noch nicht wieder ganz auf der Höhe war, machte ich es mir mit Cola und lediglich Salzgebäck als fester Nahrung im Bett gemütlich. Um 18:00 Uhr ging ich dann aber doch mal schnell aus dem Binion´s raus, um den Tipp von Picasso25 in die Tat umzusetzen und kaufte mir ein paar Äpfel. Der Abend „verlief“ dann glücklicherweise doch ruhiger ab, als zu befürchten war. Mit America´s got Talent (Das Supertalent bei RTL), etlichen Late Night Shows und Poker After Dark war auch für ausreichend Unterhaltung gesorgt.

Ich glaube, dass gröbste habe ich jetzt überstanden. Nun plagen mich allerdings die Nebenwirkungen des „Medikaments“ Coca Cola. Es ist jetzt fast 5:00 Uhr und ich stehe senkrecht im Bett, weil ich nicht einschlafen kann. Normalerweise müsste da jetzt noch ´ne Flasche Whiskey auf die Cola oben drauf, damit die Mischung stimmt und ich die Äuglein schließen kann. Keine gute Idee :-)

Der letzte macht das Licht aus,

Euer Sven

PS. Danke an alle für die lieben Genesungswünsche.


Shopping Tipp

Ihr überlegt jetzt schon seit Tagen wie Ihr Euren Partner endlich (wenigstens für ein paar Stunden) loswerden könnt ??? Als Vegasjunkie habt Ihr natürlich schon alle CSI Las Vegas Folgen mindestens dreimal gesehen und wüsstet somit, was einem die Wüste von Nevada so alles an Möglichkeiten bietet um „es“ spurlos verschwinden zu lassen und wie man aus der Sache ungeschoren rauszukommt. Aber HALT !!! Da gibt es noch eine zweite Option. Sollte Euch das Geld wie Gras aus der Tasche wachsen, dann schickt Sie/Ihn einfach in eine der Einkaufpassagen der guten Casinos wie z.B. die des Caesars Palace, Venetian oder des Wynn.



Sitzt bei Euch das Geld nicht ganz so locker, dann hat Las Vegas 2 große Outlet Malls zu bieten, in denen Markenfirmen wie z.B. Bose, Lacoste, Nike, Adidas etc. Ihre Artikel für teilweise um bis zu 50% unter der UVP anbieten. Dies alleine ist nun noch nicht der heiße Tipp, den ich für Euch habe, denn das hättet Ihr in Vegas sicherlich auch selber rausbekommen.

Wenn Ihr Euch allerdings vor Eurer Reise bei https://www.premiumoutlets.com/vip/viplounge.asp kostenlos registriert und anschließend fleißig alle Coupons ausdruckt, dann werdet Ihr noch mal kräftig sparen. Mit einem dieser Coupons erhaltet Ihr unter anderem (im Centerbüro des jeweiligen Outlets) ein sogenanntes V.I.P.-Book. Auch hiermit könnt Ihr wieder etliche Rabatte einheimsen. Aber Achtung: Lustiger Weise ist manchmal der Rabatt im V.I.P.-Book geringer als der des normalen Ausdrucks aus dem Internet.


Ich garantiere Euch mit dem „Outlet Trick“ mindestens 3-4h Ungestörtheit in Vegas. Allerdings auch eine stark geschrumpfte Bankroll. Sollte dies dennoch alles nicht helfen und Ihr immer noch kein Stündchen Ruhe gefunden habt, dann müsst Ihr halt doch Grisham vom C.S.I. kontaktieren :-)

Halluzinationen

Für die Genesungswünsche von gleucksfee8, flohxy, MIckyF95 und Picasso25

Halluzinationen

Da lieg ich nun, ich alter Thor
und bin so krank wies Jahr zuvor,

doch Feenwesen trösten mich,
und auch ein Floh, der sonst an sich,
mit seinem Rüssel und ´nem Stich,

das Blut Dir aus der Vene klaut,
dass selbst der größte Kosmonaut,
davon bekommt ´ne Gänsehaut,

ist lieb zu mir und meinem Magen,
so dass es lässt sich ganz gut ertragen,
dass all der Schmerz und auch mein Leid,
genommen wird mit Heiterkeit.

Und auch Picasso hat erkannt,
der große Eimer der da stand,
gedacht für Abfall und den Müll,
der Sven Ihn füllte mit Gebrüll,

den Micky das so sehr besorgte,
das er bei Stars sich einfach borgte,
ne Karte fürs Bellagio,
denn Essen macht den Kranken froh.

Doch auch die größte Köstlichkeit,
mir nicht bekommt wenn’s Örtchen weit,
vielleicht auch noch, ich bin entsetzt,
da draußen steht „Hier ist besetzt!“

Nun dank ich Euch, Ihr lieben Vier,
für all die netten Zeilen hier,

zum Abschluss kann ich´s ja nun wagen,
hab schreckliches Euch noch zu sagen,
es gab da noch das schlimme Drama,
I shot Mama :-)

Mittwoch, 24. Juni 2009

Die Rache von Las Vegas...

Dienstag, 23.06.2009
....oder, wie man einem Sparfuchs in die Knie zwingt und Ihm so doch noch das Geld aus der Tasche zieht.

Ich hatte mir doch alles so schön mit meinen Exceltabellen ausgerechnet. Sich einen Mietwagen leihen und dann trotzdem soviel Geld damit sparen, dass ich mir fast das Main-Event damit finanzieren könnte. Aber ich war in den letzten Tagen wohl zu Böse mit meinen Mitmenschen in Vegas umgegangen.

Erst nerve das Frontdeskpersonal im Binions schon seit dem Umzug aus dem Golden Gate mit meinen Zimmerwünschen und bin heute in mein mittlerweile 6. Zimmer in 12 Tagen umgezogen, dann bezichtige ich die Dame von Dollar Rent a Car damit, dass Sie mir ungewollte Extras aufschwatzen will und gestern wollte ich auch noch die Ruhe des Jetis stören. Das war einfach zuviel des Guten und so kam heute alles ganz anders als geplant.

Eigentlich sollte es heute zum Hoover Damm gehen, denn ich hatte für den Mietwagen die Option gebucht, die erste Tankfüllung für nur 7,- € zu kaufen und die wollte ich natürlich auch in meiner 24h Mietdauer auf den Kopf hauen und möglichst viel mit der Kiste unternehmen. Gestern klappte das ja auch schon ganz gut, denn neben dem Mt. Charleston Besuch kaufte ich im Wal-Mart noch unzählige Flaschen Gatorade ein (0,79 anstatt über 2$ in Downtown), holte mir etliche Schachteln Zigaretten im Smokshop (2,50 anstatt ca. 5$) und ich fuhr in einen Waschsalon, um nicht den teueren Reinigungsservice eines Hotels in Anspruch nehmen zu müssen. Mit dem Hoover Damm hätte sich der Wagen dann rentiert, aber über Nacht kamen böse Geister, um mir einen Strich durch meine Rechnung zu machen.


Es fing damit an, dass ich tierische Kopfschmerzen bekam, die auch mit 3 Pillen nicht besser wurden. Lag das etwa an der dünnen Höhenluft des Mt. Charleston? Dann wurde mir elendig schlecht und mein Bauch schmerzte wie Hölle, so dass ich ab ca. 03:00 den Rest der Nacht auf, neben und über der Toilette verbringen musste. So das der Ausflug sprichwörtlich in die Hose ging :-) Wie aber sollte ich den Wagen bis 10:30 wieder abgeben können, wenn alle 10 Minuten mein „inneres nach draußen“ will? Es nützte alles nichts, der Wagen musste zurück, damit kein extra Tag zu bezahlen war.

Mit Rucksack und einigen leeren Plastiktüten (für den Fall der Fälle) schleppte ich mich in die Garage vom Binions und fuhr anschließend den Wagen zur Rent a Car Station zurück. Bei der Abgabe der Papiere war mir allerdings so schlecht, dass ich jetzt gar nicht weiß, ob die mir noch irgendetwas von der Kreditkarte abziehen werden.

Schnell nach Hause ins Hotel zurück, aber den Bus dafür zu nehmen war aufgrund meines Zustands unmöglich. Also musste ich mir für $ 13,- ein Taxi nehmen. Kaum aber war ich aus dem Taxi draußen, nahm das Unheil weiter seinen Lauf. Ich musste mir, ausgerechnet auch noch genau vor dem Eingang des Binions-Turniersektors, einen Mülleimer „näher“ von innen anschauen. (Ich glaube Ihr wisst was ich meine). Hoffentlich hatten die Drinnen genug zu tun und diese peinliche Situation nicht mitbekommen.


In meinem Zimmer angekommen, versuchte ich dann etwas zu schlafen, denn auch mein Turnier um 14:00 Uhr konnte ich so nicht spielen. Und wenn ich mir jetzt alles mal zusammenrechne, war der Mietwagen doch nicht die große Ersparnis. Eine ganze Tankfüllung für 110 Meilen, kein Hoover Damm, kein Outlet Mall und zusätzliche Taxikosten.

Jetzt lieg ich armer Sven hier auf dem Bett und zieh mir schon den ganzen Abend Cola mit Salzgebäck rein. Oma´s altes Rezept, was die meisten von Euch sicher kennen werden. Der „Witz“ an der ganzen Sache ist, dass mir letztes Jahr, ziemlich auf den Tag genau, hier in Vegas das gleiche wiederfahren ist. Schlimmer war allerdings damals die Tatsache, dass es mich an meinem Abreisetag erwischte und die Flughafenmitarbeiter wohl heute noch denken werden, welches besoffene Schwein Ihnen denn den Flughafen vollgeko... hat. Aber ich habe/hatte keinen Tropfen Alkohol im Blut.

Das muss die Rache von Vegas gewesen sein.

Ist das Bad frei?

Grüße, Euer Sven

Dienstag, 23. Juni 2009

Auf den Spuren vom Jeti

Montag, 22.06.2009
Reinhold Messner ist Ihm ja angeblich schon begegnet, hatte aber sehr wahrscheinlich vor lauter grünem Tee und dicken Socken im Rucksack keinen Platz mehr für seine Kamera. Dumm gelaufen für Ihn. So wollte ich der erste sein, der ein brillantes und beweisträchtiges Foto vom Urmenschen der Berge macht und malte mir schon aus, wie es sich mit der ersten Millionen auf meinem Konto leben würde.

Die Odds, den Jeti unter einer Kapputzenjacke getarnt und mit großer Sonnenbrille auf der Nase in einem Pokerroom in Vegas zu finden, standen allerdings schlecht. Wobei ich mir bei einigen Spielern nicht so ganz sicher bin, was einem da für Gestallten zum Vorschein kommen würden, wenn die erst einmal Ihre Tarnung lüften. Möchte man vielleicht auch gar nicht immer wissen :-)

Parkeingang zum Mt. Charleston

Wie auch immer, ich musste aus Vegas raus. Da die Busse jedoch nur bis zur Stadtgrenze fahren und auch meine Monatskarte abgelaufen war, gönnte ich mir heute einen Mietwagen um den Mt. Charleston zu erklimmen. Dort oben würde ich mein großes Geld machen und mir Ruhm und Ehre verdienen.

Die Anmietung des Wagens verlief nicht ganz so problemlos, wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte. Die Dame am Rent-a-car Counter wollte nämlich gerne den Voucher von mir haben, den mir die Deutsche Autovermietung leider nur per E-Mail zugeschickt hatte. Nun hatte ich aber rein zufällig keinen Drucker in der Tasche und bin leider auch nicht mit Siegfried und Roy verwandt. So musste ich an einem öffentlichen Internetterminal mit Druckerzugang in meinen Mailaccount um diesen blöden Schein auszudrucken. Kostete mich mal eben $ 5,- zusätzlich zum Mietwagenpreis, von dem ich aber noch einen Rest von etwa $ 1,50 für den nächsten Ausdruck habe.

Auf dem Mietwagenvertrag standen dann wieder tausend Sachen drauf, die ich entweder nicht haben wollte oder schon in meinem Paket inklusive waren. Nach einigem Hin und Her wurde wieder einiges davon gestrichen, bis nur noch 2 Dinge auf dem Zettel standen, die angeblich da so stehen müssten und kostenlos wären. Da bin ich ja mal auf meine morgige Abrechnung gespannt. Die Dame kann sich heute schon mal neue Turnschuhe kaufen und damit fleißig Sprint´s üben, falls ich doch noch was an nicht gewollten Extras bezahlen muss.

Mit Autoschlüssel und Kamera in der Hand, ging es dann zum Parkhaus und ab nach Mt. Charleston. Die ersten Minuten am Steuer sind schon komisch, wenn man über 4 Wochen nicht mehr selber gefahren ist. Außerdem sucht man mit dem linken Fuß am Anfang der Fahrt immer vergeblich nach dem Kupplungspedal. Dumm nur, das ein Automatikgetriebe keins hat und man stattdessen immer auf die Bremse tritt :-)

Als ich dann ein paar Minuten später an der ersten roten Ampel stand, wunderte ich mich über lautes Gehupe hinter mir, das trotz größter Hirnleistung meinerseits, keinen rechten Sinn für mich machte. Naja, vielleicht eine Hochzeitskarawane mit lautem Tamm Tamm, dachte ich, bis ich merkte, dass der Fahrer hinter mir sich darüber aufregte, dass ich meinen Hintern keinen Zentimeter bewegte, um endlich nach Rechts abzubiegen. Da fiel es mir dann wieder ein, dass es ja in Amiland erlaubt ist, auch bei Rot den Rechtsabbiegerturn zu machen. Peinlich, Peinlich.

Vegetation der Wüste
Aber mein Fahrstil wurde im Laufe der Zeit immer besser, so dass es jetzt zügiger voran ging.
Nach ca. 35 Minuten erreichte ich das Eingangsschild zum Mt. Charleston. Hier untern war die Vegetation noch so, wie man Sie aus der „Wüstenregion Vegas“ kennt. Karg, Kakteen und wenig grün. 10 Minuten später aber sah man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Einfach nur schön, vor allem wenn man 4 Wochen nichts als grau und/oder bunte Neonreklame gesehen hat. Und beim Aussteigen aus dem Auto dann das: Zzzzzzzzzzzzzzztttttttt, Psssssssssstttttttt !!! Eine himmlische Ruhe, es roch so schön nach frischem Tannengrün und die Temperatur war um einiges niedriger und angenehmer als in der City. Hier oben konnte ich sogar wildes vögeln hören. Ähhmm ich meinte natürlich, man konnte hier oben sogar dem lieblichen Gesang von wilden Singvögeln lauschen.


Aber ich war ja nicht wegen der Vögel hier, sondern um den Jeti zu ärgen. Da das Viech sicherlich sein Häuschen im Wald gebaut hatte, ging es auch sofort rein in den selbigen. Denn auf dem Parkplatz stand ein Hinweisschild: „To Little Fall, ¼ Mile“.
„Little Fall = Wasser = Jetitränke“, vermutete ich. Nun ist das mit Hinweisschildern immer so eine Sache und man weiß nie wer so ein Ding aufgestellt hat oder wie ich es zu verstehen sei. ICH ging davon, einfach eine ¼ Meile geradeaus zu gehen und dann am Ziel zu sein. In Wirklichkeit musste ich aber die Entfernung Bergauf und in Höhenmetern zurücklegen. Oder war es nur meine Raucherlunge die mir das Vorgaukelte und das Schild sprach die Wahrheit ???

7650 Fuss = 2330 Meter - nicht gut für Raucher :-)

Jedenfalls war der Wasserfall maximal ein Fällchen und außer einem Gecko weit und breit nichts von wilden Tieren zu sehen. Alle Mühe umsonst. Kein Geld, kein Ruhm und keine Ehre :-( So hieß es mit leeren Taschen zurück nach Downtown.

Das Fällchen ist leider nur mit Lupe zu erkennen

Und dort ging es Abends an meinem Hotel Front Desk wieder hoch her. Um 11:00 und um 15:00 war mein neues Zimmer noch nicht sauber, aber angeblich geblockt. Als ich jedoch um 23:00 Uhr endlich wieder im Hotel war und umziehen wollte, hatten Sie mein Zimmer vergeben und aus dem Wechsel wird heute nichts. Sollte die Empfangsdame, aufgrund meiner „Bemerkungen“, nicht fluchtartig die Stadt verlassen haben und morgen wieder in Ihrer Schicht sein, werde ich es noch mal bei Ihr versuchen.

Ich muss jetzt dringend unters Sauerstoffzelt, denn meine Lunge pfeift noch immer :-)

Liebe Grüße aus Sin City,

Euer Sven

Pfosten, Latte, Eigentor

Sonntag, 21.06.2009

Da meine Internetverbindung in den letzten Tagen so was von Grottenschlecht war, beschloss ich heute, mein Zimmer zu wechseln. Meine erste Buchung fürs Binions lief heute aus und um meine Anschlussbuchung zu bestätigen, musste ich eh zum Empfang runter. Das passte ganz gut zusammen.

Nun ist so ein Zimmerwechsel, mit Gepäck für 8 Wochen an der Backe, zwar kein Vergnügen, aber das nahm ich zwecks besserer Verbindung gerne auf mich, um zum Beispiel Bilder schneller hochladen zu können. Meinen heutigen Packstil würde ich mal als „typisch Mann“ bezeichnen und gebe daher besser keine näheren Einzelheiten dazu Preis. Rückfragen sind nicht erwünscht :-)

Am Empfang bat ich dann um ein Zimmer im 3.ten oder 4.ten Stock des Hotels. Letzte Woche habe ich deswegen noch den Aufstand geprobt, weil ich ja höher hinaus wollte und nun das. Aber die Rache des gestressten Empfangspersonal folgte sofort. Im Zimmer angekommen schnell das Laptop ausgepackt und surffertig gemacht, musste ich nämlich feststellen, dass hier in Zimmer 366 die Qualität des W-Lan´s fast gegen Null ging. Eigentor der Sonderklasse. Ich hatte allerdings wenig Zeit mich darüber zu ärgern, da mein Turnier gleich anfing.

Ich überlebte heute leider nur 4 Level und musste dabei auch noch meinen ersten Bad Beat in Vegas 2009 hinnehmen. Aber trotz alledem, kamen heute einige interessante Hände zu Stande. Im 2. Level limpte ich mit 55 und nahm den Flop 656 mit größter Begeisterung wahr. Der Turn war eine 4, was meiner Gegenspielerin den Straight komplettierte. Und lediglich die 5 (für meine Quads) auf dem River bewahrte Sie vor einem Allin, da Sie bei dem Board 66554 davon ausging, ich hätte ein Full House. Damit lag Sie zwar falsch, machte aber trotzdem den richtigen Fold :-)

Im nächsten Level limpte ich mit T9 und spielte den AQJ Flop sofort in Position an, nachdem 3 Spieler zu mir gecheckt hatten und bekam mit SB und MP zwei Caller. Der Turn war eine 8 und somit war mein Straight fertig. Aber auf einmal setzte die SB 5k, MP ging Allin und ich saß da wie ein begossener Pudel. Hatte etwa jemand die Nutzstraight mit KT geflopt??? Nach einigen Überlegungen und mittelgroßen Bauchschmerzen callte ich das Allin und es kam zum 3-Way-Showdown, der für großes Gelächter am Tisch sorgte. SB zeigte T9, MP zeigte T9 und der Sven natürlich auch. Crazy :-)

Ausgeschieden bin ich heute mit KK, weil der Glückspilz mit 99 mein Allin auf einem 67T Flop unbedingt calllen musste (was ich natürlich auch wollte) und auf dem River seine dritte 9 fand. (was ich natürlich nicht will :-)

Übrigens wurde ich heute, nach unserer ersten Pause, überraschend in Deutsch angesprochen. Es war Ronny aus unserem Intelliforum. Aber wie zum Teufel hatte er mich erkennen können ??? Im Forum ist kein Bild von mir und meinen Namen habe ich mir bis jetzt auch noch nicht auf den Arm tätowieren lassen. Oder nehme ich schon die Züge des Intelli Logos an ??? Nein, Nein nichts davon trifft zu. Denn da wir Intellis ja Intelli (gent) sind, fragte Ronny einfach mal bei der Turnierleitung nach, ob die einen deutschen Namens Sven kennen. Und da Sie das bejahten, stellt sich mir nun ernsthaft die Frage, warum die sich an mich erinnern können. Hoffentlich ist es meine positive Ausstrahlung und nicht das Genörgel von mir, wenn ich mal wieder Richtung Ausgang marschieren muss, weil der Pokergott es so wollte.

Ich muss jetzt mal zum Schiedsrichter und den Fragen, ob ich bei meinem Eigentor nicht vielleicht im Abseits stand,

Grüße aus Vegas,
Euer Sven

Hund oder Katze ?

Samstag, 20.06.2009

Mein Hunger war heute Morgen außergewöhnlich groß und gleichzeitig kam der Wunsch in mir auf, mal etwas exotisches in Vegas zu auszuprobieren. Angetrieben von meinen kulinarischen Fantasien sollte es somit heute auf nach Chinatown gehen. Den Trip wollte ich sowieso noch nachholen und so konnten gleich 2 Fliegen (und eventuell ein Hund) mit einer Klappe ge(er)schlagen werden.

Chinatown

Mit dem Bus ging es erst einmal zur Fashion Showmall, gegenüber dem Wynn Hotel und dann waren es, mit dem nächsten Bus, nur noch 2 Stationen bis zu meinem Mittagessen. Dort angekommen, sah mir das Chinatownviertel auf den ersten Blick allerdings nicht gerade sehr nach einer Vegasattraktion aus, und auf den zweiten leider auch nicht.


Wer einmal das Chinatown District von New York oder San Francisco gesehen hat, wird mit dem Vegasnachbau nicht warm werden. Anscheinend haben die Stadthalter von Sin City junge Nachwuchsarchitekten für das gestalten ans Werk gelassen. Denn hier wurden, auf einer offenen Shopping Mall, lediglich asiatische Dächer und kleine Verzierungen an der Fassade angebracht. Das ganze machte auf mich keinen vielversprechenden Eindruck.


Auch als ich anschließend durch Chinatown bummelte, kam kein Asiaflair bei mir auf. OK, die Läden sind fast alle von Asiaten angemietet worden und auch die Reklame war meist auf chinesisch, aber das war es dann auch schon. Da das ganze doch eher wie eine Touristenverdummung aussah, beschloss ich auf mein Hundeomelette oder Katzenragout zu verzichten. Da könnte ich ja auch gleich ins Hofbräuhaus gehen um dort die nachgemachten Weißwürste zu essen. Schade, so musste ich eben in der Palace Station ein stinknormales Amibuffet zu mir nehmen.

Danach ging´s ab zum Cashgame. Der Samstag versprach gute Aussichten auf viel Fisch, da sich heute bestimmt wieder viele Touris im Pokerraum befinden würden. Kaum saß ich in meinem Stuhl, musste ich mich auch schon von meiner BB verabschieden. Es war wieder „Downtown Straddle Time“. Aber genau der half mir eine Hand später, meinen Stack um ca. $165,- nach obern zu schießen zu lassen. 4 Spieler bezahlten den Straddle und ich fand in meiner SB QQ. Was nun ??? $ 53,- lagen da jetzt schon in der Mitte und ich würde Null Possi nach dem Flop haben. Bei einem 30,- bis 50,- Dollar Raise von mir würden vielleicht noch zu viele mitgehen. Also schob ich $125,- in die Mitte um den Pot einfach so nach Hause zu fahren. Der Straddleboy dachte aber wohl ich will klauen und callte mit TT. VIELEN DANK !!!

In den nächsten 15 Händen konnte ich mit einem Set, sowie einem gefloppten Nutsflush vs. Flush noch mal $150,- plus vermelden. Der Rest des Abends verlief wie so oft beim CG. Mal einen kleinen Pot verloren, mal ein kleinen gewonnen.

Fazit heute + $319,-
Cashgame-Bankroll Total + $246


Wau, Wau und Miau,

Euer Sven



Chinatown (Tipp)

Muss man nicht gesehen haben, es sei denn:

Wenn Ihr Euch in Vegas selber verpflegt, gerne asiatisch esst und die Möglichkeit zum kochen habt, dann seit Ihr hier genau richtig. Es gibt einen mittelgroßen Supermarkt der fast alles an Lebensmitteln hat, was aus dem asiatischen Raum kommt. Außerdem gibt es eine Frischfischabteilung mit lebenden Krabben, Muscheln, Austern und natürlich Fischen, sowie eine Fleischabteilung. Die dann allerdings ohne lebende Tiere :-)

Außerdem findet man in dem Komplex zahlreiche Restaurants, sowie ein Kino.

Samstag, 20. Juni 2009

Bücherwurm sucht Seife

Eigentlich war für heute ein ganz normaler „Vegas-Tag“ geplant, der wie folgt ausgesehen hätte: Aufstehen, Essen, Pokern, Essen, Pokern, Essen, Blog schreiben, schlafen gehen.

Aber es kam alles ganz anders. Es fing damit an, dass ich erst so gegen 13:30 Uhr aufwachte. „So ein Mist, wieder mal den halben Tag verpennt. Ich dachte mit dem Thema wäre ich durch.“ brummelte ich in mich rein. Da ich fürs Pokern noch nicht genügend Hirnfunktion besaß, beschloss ich erst einmal ein paar E-Mail zu schecken und danach im Gamblers Book Shop ein Pokerbuch zu kaufen, was weder bei Spinettis noch im Gamblers Store zu bekommen war. Aber kaum war das Laptop an, verschlang mich auch schon das Internet mit all seinen Gemeinheiten. Diese Seite besucht und jene, ein paar Überweisungen gemacht und ach, da könnte ich ja auch noch mal schnell hinsurfen usw. und auf der Uhr war es plötzlich 15:00 Uhr.

Diese Bild könnt Ihr ausdrucken, ausschneiden und anschließend wegschmeissen.
So sieht der Laden heute nicht mehr aus.


Arrrgg, der Buchladen hat doch nur bis 17:00 Uhr auf. Zum Glück ist er aber nur ein paar Blocks von Downtown entfernt und mit dem Bus in 10 Minuten zu erreichen. Theoretisch, jedenfalls. Also rein in die Klamotten und los. Dort angekommen las ich dann die entzückenden Worte: „We just moved our Business to Sahara Ave“ Ja SUPER, da kann ich ja gleich bis nach Timbuktu fliegen und das Buch eben dort kaufen. Sahara Ave. und Downtown verhält sich nämlich so ähnlich wie Kartentod und 3h Pokern. Aber mit etwas Glück (sprich einem Move :-) war es vielleicht gerade noch zu schaffen.

Schnell in den nächsten Bus eingestiegen und mit einmal umsteigen war ich dann 15 Minuten vor Schließung des Ladens in der vermuteten Nähe des Shops. Aber wie finden, wenn die noch keine Reklame an der Straße angebracht hatten??? Nur gut für meine müden Augen, dass die Hausnummern in Vegas überdimensional Groß sind. So stand ich dann um 5 vor 5 im Shop und wollte eigentlich gleich lospöbeln, warum die Ihre Internetseite nicht mit Ihrer neuen Adresse upgedatet haben und ich deshalb von Pontius zu Pilatus fahren muss, um ein Buch zu erwerben.

Ich wurde aber so freundlich von der Dame am Verkauftresen empfangen, das ich gleich wieder ein paar Gänge runter schaltete. Konnte es mir aber nicht verkneifen Ihr zu sagen, dass der Laden sehr schwer zu finden sei. Entwerder muss ich von der Rennerei und dem Schwitzen in der Hitze von Sin City gestunken haben wie ein Iltis, oder ich sah mit meiner roten Birne aus wie kurz vorm Kreislaufkollaps, jedenfalls drückte Sie mir mit mitleidiger Miene sofort eine kleine Tafel Schokolade in die Hand und bat mir Wasser oder Softdrinks an. Achja, Sahara Avenue., passt ja dann :-)


Bellagio mit Hotelanbau und Caesars Palace

Mit dem Buch in der Hand und vor Hunger schon mit einem kleinen Loch im Bauch fuhr ich dann mit dem Linienbus ins Orleans Hotel, um mal deren Buffet zu testen. Dummerweise jedoch war heute ja Freitag und somit gab es im Hotel nur ein Seafoodbuffet, was mir aber um ein paar Dollar zu teuer war. Es gab allerdings die Möglichkeit mit dem Hotelshuttle kostenlos ins Schwesterhotel Gold Coast zu fahren. Dann eben auf zum Gold Coast. Dumm nur, wenn man vor dem Einsteigen in den Shuttle nicht darauf achtet, wohin der denn so shuttlet. So schmiess mich der Fahrer am Strip raus, denn der kleine Schuljunge Sven hatte den falschen Bus genommen.

Da es jetzt fast schon 19:00 Uhr war, beschloss ich den restlichen Tagesablauf im Touri Modus zu verbringen. Sprich: Noch ein paar Bilder vom Strip zu machen und mir dann, im Gegensatz zur vorletzten Woche, in aller Ruhe die Bellagio Fontänen anzuschauen. Gesagt, getan und so verbrachte ich bis 22:00 Uhr meine Abend am Strip. Zwischendurch ging es natürlich noch zum China Buffet, sonst wäre ich wohlmöglich am Hunger zu Grunde gegangen.

Da der Strip wegen des Wochenendes vor lauter Autos wieder völlig dicht war, brauchte mein „Express“ Bus The Deuce über eine Stunde bis Downtown. Und da bin ich zum Glück jetzt angekommen und muss dringend unter die Dusche.

Hat jemand die Seife gesehen ???

Euer Sven

Ones in your lifetime Must to do Tipp für Vegas (3)

Da für mich das Bellagio zu den schönsten Hotels in Vegas zählt, zieht es mich immer wieder Magisch an. Das liegt aber vor allem auch an dem vorgelagerten See und der Wasserfontänen Show. Die Kojographie zwischen Musik und Wasserspiel ist meiner Meinung nach einzigartig auf der Welt und bei einigen Liedern treibt es selbst mir das Wasser in die Augen, so schön ist das.

Täuschungsversuch: Gespiegelter Caesars Place

Ich empfehle Euch, sich das Spektakel auf jeden Fall erst bei einbrechender Dunkelheit anzuschauen. Mit den Wasser-, Musik- und Lichteffekten ist diese freie Show einfach nicht zu toppen. Am besten den Abstecher zum Bellagio an einem Freitag- oder Samstagabend machen, denn da finden die Vorführung alle 15 Minuten statt. So könnt Ihr Euch zum Beispiel von 20:00 Uhr – 20:30 drei verschiedene Stücke reinziehen. DENN: Wenn Ihr schon in Vegas seit MÜSST Ihr mehr als eine Vorführung gesehen haben. Jede ist anders. Andrer Musik, andere Kojographie, andere Gefühlsausbrüche :-)

Hotel Paris mit Eifeltower und das Bellagio

Back to Business

Nach meiner gestrigen Bergfestfeier ging es heute wieder zurück in den Pokeralltag. Vom ganzen Bilder bearbeiten war ich zwar noch etwas angeschlagen, aber um 14:00 Uhr ging mein Turnier los. Da half auch kein jammern, dass ich nur 6h Schlaf abbekommen hatte.

Ich war sehr erfreut darüber, als ich bei meinem Turnier Checkin an Tisch 20 gelost wurde, da im Binions die Tische numerisch von obern nach untern aufgelöst werden, wäre dies ist der letzte Tisch vorm Final Table und ich hätte im Fall der Fälle genug Zeit mich auf meine Gegenspieler einzustellen. Was die mit den Tischen 1-19 gemacht haben, ist mir allerdings ein Rätsel. Wer weiß ,vielleicht haben Matusow und Hellmuth aus denen Feuerholz für Ihre Ranch gemacht, als Sie mal wieder ein kleiner Bad Beat erleiden mussten.

Heute saß wieder mal ein Pokerdino mit an meinem Tisch. Mr. „Oklahoma Johnny“ Hale. Sagt Euch nichts??? Ehrlich gesagt hatte ich am Anfang auch keinen blassen Schimmer, wer das denn sein sollte. In der ersten Pause ließ ich mich aber von einem meiner Mitspieler aufklären. „Oklahoma Johnny“ hatte Anfang der Achtziger Jahre seine größten Erfolge und bekam 1980 ein WSOP Bracelet als „Best All Around Player“. Dieses zählt zwar nicht zu den offiziell gewonnenes Bracelet, hat aber schon mal Aussagekraft.

"Oklahoma Johnny" Hall


Und auch Johnny Hale ist genau wie Amarillo Slim, eine Type für sich. Fast jedes mal wenn er seine Hand ohne Showdown gewann, zeigte er uns eine Karte, nämlich genau ein Ass. Und jedes Mal fragte er uns: „War das Pik Ass oder Kreuz Ass was ich Euch da gezeigt habe. Ich werde langsam Alt und Vergesslich, sorry“ Scherzkeks, soviel Pocket Aces bekommt auch keine Pokerlegende.

In den ersten 2 Level spielte ich heute ungewöhnlich viele Hände (11 von 44) und mein Image am Tisch wurde wohl eher als Loose, denn als Mr. Super Tight eingestuft. Mal was ganz Neues für mich. Mit diesem Image konnte ich aber auf meine verpassten Flops kaum Druck machen, da ich von fast jedem gecallt wurde, wenn ich einen Conti-Bet machte. Hätte ich in dieser Phase allerdings ein Monster gefloppt, wäre ich wohl schön ausbezahlt worden. War aber leider nicht so, im Gegenteil. Anfang des dritten Levels wurde bis zu „Oklahoma Johnny“ gefoldet, der im SB saß und ich in der BB. Er füllte nur auf und ich fand AJo. Also raiste ich auf 600 bei Blinds von 100/200 und Johnny zahlte. Der Flop kam 966 mit Check von Johnny und einem Conti-Bet über 700 von mir. Der Turn war ein 7. Da ich davon ausging, dass auch mein zweiter Contibet bezahlt werden würde checkte ich hinter Johnny um mir als River einen J anzuschauen. Lecker, da ist ja mein BB Specail.

Nun setzte aber auf einmal Johnny 1100 in mich rein. "Was soll denn das jetzt", dachte ich. Hat er wohlmöglich doch ein Set gefloppt oder T8 bzw. 85 in der SB gefunden? Da mir die ganze Sache sehr merkwürdig vorkam, bezahlte ich nur die 1100 anstatt noch mal zu erhöhen. Ohne mir seine Karten zu zeigen sagte Johnny dann zu mir: „I got a Dinner for two“. "Toll Johnny, schön für Dich, aber das interessiert mich im Moment wenig und ich verspreche Dir auch hoch und heilig das ich nicht als drittes Rad am Wagen mitkommen werde, wenn Du mir jetzt mal die Karten offen hinlegst", ging es durch mein Kleinhirn. Aber an meinem Blick muß der Poker Senior wohl gemerkt haben, das ich nur Bahnhof verstand und gerne einen Showdown hätte, denn schließlich er hatte ja die letzte Action gemacht. Mit dem Satz „Dinner for two, All you can eat Buffet“ deckte er 69o für ein geflopptes Full House um. Mann oh Mann, als ich seine Pocketcards sah, machte es natürlich Klick in meinem kleinen Oberstübchen und ich muckte, wohl mit voller Schamesröte im Gesicht, meine Hand. Je oller je doller, oder Johnny? Kleines Ferkel :-)

Von diesem Schlag erholte ich mich leider nicht mehr so richtig und dachte im Level V mit A8o einen Move machen zu können, als UTG1 und UTG2 nur limpten und ich im CO saß. So gingen meine restlichen 3200 Chips in die Mitte und SB, BB und UTG1 foldeten auch brav. Nur UTG2 überlegte etwas länger um dann aber doch noch die 2.8k in den 5.1k Pot zu zahlen und zeigte KQo. Der River brachte im seine Q und ich war raus. Meiner Meinung nach ein sehr fragwürdiger Call von Ihm. Bei AK, AQ, AA, KK und QQ liegt er Meilenweit hinten und bei einem kleineren PP oder Ax liege ich auch noch einen Tick vor Ihm. Nur wenn ich wirklich mit Schrott zocke, liegt er vorne. Naja, was solls.

Ich geh jetzt auch wieder Back to Business, nämlich zum CG.

Liebe Grüße,

Euer Sven

Donnerstag, 18. Juni 2009

Bergfest mit Eigendiagnose

Heute war mein Bergfest in Vegas, na ja eigentlich erst Morgen, aber da werde ich ein weiteres Turnier im Binions spielen und hoffe doch Stark, dass ich seeeehr lange im Turnier bleiben werde. Somit Verschob ich meine Feierlichkeiten auf heute. Ich wollte mein Bergfest so wie es sich gehört, gebührend auf dem Stratosphere Tower feiern.

Stratosphere Tower



Aber oje, würden das meine Depressionen mit mir mitmachen? Lief ich da nicht in die Gefahr als Kompost auf dem Strip zu landen oder hatte meine mir selbst verordnete Therapie schon Früchte gezeigt? Wirkt Las Vegas als Antidepressivum? Ich musste es wagen, denn schließlich könnte ich Millionen damit verdienen. Wenn Sin City wirklich ein Mittel gegen Depressionen ist, werden sich die Krankenkassen nach meiner Ankunft in Hamburg gegenseitig überbieten um an mein „Rezept“ zu kommen. Wenn allerdings nicht, dann freut sich der Sensemann und der Tischler. So kann man ja auch Leuten helfen, nicht arbeitslos zu werden :-)

Ach egal, rein ins Hotel und ab dafür. Der Ticketkauf ging relativ zügig von statten, allerdings war das „Check in“ in den Fahrstuhl mit Sicherheitskontrollen verbunden. Ein Fallschirm oder die Sicherheitsleine aus der Bergausrüstung vom Onkel hätte ich also nicht mit reinschleppen können. Nach ca 15 Minuten war es dann soweit. Auf ging es in den 108 Stock, mehr als 300 Meter über Las Vegas.

Der schöne lange Strip


Wow, obwohl ich schon zwei Mal hier oben war, ist der Ausblick doch jedes Mal beeindruckend. Langsam wagte ich mich an den äußersten Rand des Towers vor, um noch mehr Vegas in mich aufsaugen zu können. Oh, ganz schön hoch hier, dachte ich zu mir als ich mich krampfhaft an der Außenmauer festhielt. Das war ein gutes Zeichen, denn da wollte ich bestimmt nicht rüber, um mich als „One Way Brieftaube“ zu versuchen.

Als ich jedoch die 3 Pärchen sah , er im Smoking und Sie im hübschen weißen Brautkleider, die sich verückterweise sprichwörtlich hier in Ihr Unglück stürzen wollten, kam doch ein wenig Wehmut in mir hoch. Denn schließlich verbinden sich mit so einem speziellen Ort auch Erinnerungen an alte Zeiten. Da muss ich wohl noch mal eine Rezeptveränderung vornehmen, aber 4 Wochen bleiben mir ja dafür ja noch.

Striphotels: Encore, Wynn, Ceasers, Mirage, TI


So versuchte ich meine trüben Gedanken zu verdrängen und lenkte mich mit fotografieren ab.

Aber dann, urplötzlich und ohne Vorwarnung, waren Sie da. Sie waren gekommen um mich zu holen. So eine Schei..... Warum denn ich und warum ausgerechnet hier in Vegas. Hatte ich wieder mal meine G.E.Z. nicht bezahlt oder was böses über Sie gesagt? Ich wollte nicht als grüner Brei im Versuchslabor von denen Enden.

Ist das das Ende von Las Vegas???


Ich versuchte noch schnell ein paar Fotos von meinem Schicksal zu machen, damit die Nachwelt sehen konnte, wie ich abhanden gekommen bin. Bei der Kontrolle aber, ob die Belichtung für die Fotos auch gestimmt hatte, stellte ich zu meinem Glück fest, dass da wieder mal nur so ein lebensmüder Touri versuchte, sein Abendessen im Stratosphere Karusel zweimal zu verdauen. Auch eine Möglichkeit seine Spesen fürs Buffet niedrig zu halten. Doppelt hält besser :-)

Bitte nur mit vollem Magen nachmachen :-)


Immer noch unter Schock und mit zittrigen Händen ging es zurück ins Binions an den Cashgame Tisch. Dort hielt ich es jedoch nur etwas über eine Stunde aus. Die heutigen Eindrücke waren einfach zu sehr in meinem Kopf verankert. Außerdem kam mir der Dealer mit seinen langen Ohren und dem grünen Teint im Gesicht etwas mystisch vor.

Ich brauch jetzt erst mal einen Schnapps, aber bitte keinen Grünen.

Beam me up, Vegas

Euer Sven



Ones in your lifetime Must to do Tipp für Vegas (2)

Alle Ausreden helfen hier nicht. Kein Geld, Höhenangst oder Depressionen sind irrelevant. Es sei denn Ihr habt ein Penthouse im Venetian oder Wynn gebucht. Das würde ich gelten lassen.
Der Stratosphere Tower befindet sich zwischen Downtown und den neuen Striphotels und ist, mit 350 Metern das höchste Gebäude in Vegas, nicht zu übersehen.

Die Auffahrt kostet zur Zeit $ 14,95 inkl. Tax. Wer wirklich Höhenangst hat, dem bietet der Tower gleich 2 Aussichtsplattformen zur Überwindung seiner Manie. Die erste ist voll Verglast, die zweite, noch einen Stock höher gelegene, liegt im Freien.

Wer als Held von Vegas wieder nach Hause kommen möchte, der kann sich an den höchsten „Fahrgeschäften“ der Welt versuchen.

Es gibt folgende Attraktionen: Mit dem Big Shot kann man sich den Turmmast hochkatapultieren lassen und kehrt dann im freien Fall von etwa 40 Metern wieder auf den Ausgangspunkt hoch über den Dächern von Las Vegas zurück. Bei „Big Shot“ wirken 4 G auf den Fahrer und man ist an der Spitze für eine kurze Zeit schwerelos. Die zweite Attraktion am Dach des Turms (seit 2003) heißt X-Scream und lässt einen im wahrsten Sinne des Wortes über die Kante der Plattform stolpern. Der jüngste Nervenkitzel „Insanity – The Ride“ ist eine Art Kettenkarussell mit freiem Blick in die Tiefe. Mit seinen derzeit drei Attraktionen könnte man den „Stratosphere Tower“ als höchstgelegenen Vergnügungspark der Welt bezeichnen.
(geklaut von Wikipedia)

Die Kosten hierfür sind wie folgt:

RIDE TICKETS + Tower Eintritt von 14,95
Big Shot -$13.00
xScream - $12.00
Insanity - $12.00

XTREME VALUE PACKAGES
Tower Admission + All Rides $33.95 (X-treme All Day Unlimited Package)
Tower Admission + 3 Rides - $27.95
Tower Admission + 2 Rides - $23.95
Tower Admission +1 ride - $19.95

Das Verlangen

Heute morgen stieg es wieder in mir auf, dieses animalische Verlangen nach Abwechslung und der Suche nach einem neuen Abenteuer. Schon beim Zähneputzen schossen mir wilde Gedanken durch den Kopf, die bei mir ein flaues Gefühl im Magen hervorriefen. Mein Beine wurden weich und meine Sinne trübten sich grau. Ja, heute musste es endlich wieder mal passieren und ich konnte der Verlockung einfach nicht wiederstehen. Auch das ich dafür bestimmt tief in meine Brieftasche greifen müsste, da ich ja hier in Vegas noch niemanden kennen gelernt hatte, der es mir eventuell Umsonst hätte besorgen können, war mir egal. Außerdem ist es für die meisten ja auch die normalste Sache der Welt dafür zu bezahlen. Und schließlich hatte ich ja schon lange nicht mehr ......

...... in ein leckeres, deutsches Schwarzbrot gebissen.

Mit großer Vorfreude machte ich mich so dann auf den Weg ins „Cafe Heidelberg“. Laut Internet war das Cafe nur 6 Blocks vom Stratosphere Tower entfernt. Mit dem Stripbus „The Deuce“ also schnell die 10 Minuten bis zum Tower und dann zu Fuß in Richtung meiner Begierde. Nun hätte ich als USA Dauerurlauber eigentlich wissen müssen, dass sich 6 Blocks in Vegas ziemlich weit ziehen können und dies in meinem Fall leider auch so war. Zudem ist die Gegend rund um die Startosphere und dem Sahara Hotel nicht gerade die Angenehmste. Meine Rucksack immer enger an mich rangedrückt und mit großen Schritten hoffte ich bald die Reklame der deutschen Enklave zu sehen.



Nach ca 15-20 Minuten war ich dann endlich am Ziel meiner Träume, dem „Cafe Heidelberg“. Eigentlich eher ein Restaurant als ein Cafe, dass neben deutschen Küchenspezialitäten auch über einen kleinen Kiosk verfügt, in dem man deutsche Produkte wie: Schokolade (Ritter Sport), Schwarzbrot, Marmelade, Sauerkraut, Grünkohl (bei 40°C LOL), Weine und vieles mehr aus der Heimat einkaufen kann. Es gibt auch eine kleine Kühltheke mit Wurst und Aufschnitt. Ich gehe daher mal davon aus, dass es auch einen deutschen Schlachter in Vegas gibt. Bekomme ich vielleicht noch raus :-)

Die gesamte Produktpalette ist allerdings nicht gerade Preiswert, aber was solls. Ich nahm mir ein Paket Schwarzbrot für $ 3,95 mit nach Downtown und vor der Rückfahrt wurde natürlich noch, wie schon vor 2 Wochen, Wurst und Käse im Albertson Supermarkt für mein „Black Beauty“ gekauft. Soll sich ja auch bei mir wohlfühlen, das kleine schwarze Luder :-)

Zurück ging es dann schlauer Weise mit dem Bus. Wieder im Binions angekommen, ging es gleich zum Cashgame. Leider hatte ich heute den Veteranenstammtisch von Downtown erwischt, denn das Spiel der meist älteren Herren war doch sehr tight. Startete ich jedoch mal den Versuch vom Button oder Cutoff die Blinds mit irgendeinem Schrott zu klauen, wachten die Herren punktgenau aus Ihrem Koma auf und bissen sich mit Ihren dritten Zähnen an Ihren Holecards fest. „Bottompair oder Ace High nach dem Flop???“, egal der Jungspund will ja nur klauen. Meine Session endete wenigstens noch mit $ 18,- Plus und ein wenig Rakeback für die Playerscard.

Bin mal schnell los um Kukident für meine morgige Sitzung zu besorgen.

Lieben Gruß
Sven

Brotkauf und deutsche Lebensmittel Tipp (2)

Das Cafe Heidelberg ist mit dem Auto in ca. 5 Minuten vom Sahara Hotel zu erreichen und hat neben einem deutschen Restaurant auch einen kleinen „Tante Emma Laden“. Angeblich soll es dort auch jeden Tag frische Brötchen geben, nur habe ich leider vergessen, danach zu fragen. Wird sich aber noch klären :-)

Per Bus vom Sahara Hotel mit der Linie 204 (Sahara Eastbound) in ca. 8 Minuten zu erreichen.

Adresse : 610 East Sahara Ave

Dienstag, 16. Juni 2009

Young Generation vs. World Champigion

Es ist schon erstaunlich, was einem so zeitweise alles für´s Startgeld geboten wird. Manchmal hat man(n) Glück und es sitz einem eine junge, gutaussehende Dame mit tiefen Dekolleté und kurzem Röckchen gegenüber, die allerdings vom Pokern genauso wenig Ahnung hat wie Du vom Periodensystem. Und dann, irgendwann im zweiten Level des Turniers, schiebt Sie Dir nach Ihrem X-ten Allin mit einem sanften Lächeln Ihre restlichen Chips rüber. Sie haucht Dir beim Aufstehen noch mit Ihrer elfengleichen Stimme ins Ohr: „But it was suited“ und es tut Dir so unendlich Leid. Nein, nicht wegen Ihrer letzten Chips die nun auf Deinem Stack sind, sondern weil Sie sich jetzt auf den Weg macht, um in diesem exklusiven Nachtclub nebenan ein paar Gläser Martini on the Rocks zu trinken, Du aber musst, anstatt Ihr zu folgen, weiter mit diesen nach Schweiß und Alkohol riechenden Proleten das blöde Turnier zu Ende zocken, weil Du Deine letzte Kohle in dieses Buyin gesteckt hast.

Die Drei Musketiere, die unter anderem heute mit an meinem Tisch saßen, waren vom obigen Beispiel Meilenweit entfernt, aber trotzdem sehr amüsant. Ein junger Wilder, der den Pokerstil der heutigen Zeit perfektionieren wollte, daneben ein älterer Herr mit sehr wachen Augen und World Champion von 1972, Mr. Thomas „Amarillo Slim“ Preston.



Schon in der ersten Runde fing Mr. Young Guy an zu limpen, zu raisen und zu reraisen, als wenn er dafür eines der Vier WSOP Bracelets von Amarillo abbekäme. Das gefiel dem älteren Herren mit den guten Augen überhaupt nicht und so beschloß er ab Runde 2 das Kriegsbeil auszugraben. „Ich kann fast jedes mal Deine Hole Cards sehen und weiß mit was für einem Schrott Du da spielst“, sagte er zu Ihm, was zwar für Gelächter am Tisch sorgte, den „Wilden“ aber wenig entzückte und seine Laune wohl daraufhin auch nicht besser wurde.

Als der Agressor dann vom Button mit einem Raise die BB vom Adlerauge klauen wollte, ging dieser als Antwort darauf sofort Allin und sagte zum jungen Spieler: „64 of clubs is not a good hand, Sir“, woraufhin es zum Eklat kam. Der junge Wilde sprang, wie eine schlechte Rumpelstielschen Imitation, von seinem Stuhl auf und verlangte beim Dealer den Floorman. Aber der Floorman gab den beiden Streithähnen lediglich eine Ermahnung und sagte zu Ihnen: „Have Fun, play Poker“.

Amarillo Slim schien auch seinen Spaß ein der Vorführung zu haben, denn er sagte anschließend leise zu mir: „I am an old man, but this guy is fu...ing old and crazy“ Lol, Mr. Weltmeister, sagt man so etwas über seinen Mitstreiter?

Für mich war die Reise mit den Dreien leider in Level 5 zu Ende. UTG raiste auf 1200 bei Blinds von 200/400 und ich fand QQ in UTG2 mit nur noch 4100 Chips, die ich natürlich in die Mitte schob. UTG callte mit AK und der Flop brachte gleich den Overkill mit A K x. Wobei mir der Turn mit einer 10 noch vier weitere Outs gab, reichte es nicht.

Ich glaube, das war das erste mal in Vegas 2009, dass ich mit der leicht besseren Hand aufstehen musste. Von daher kann ich mir heute keine Vorwürfe machen. Außer vielleicht nicht mindestens 12-13k Chips gehabt zu haben, denn dann hätte ich auf 3,6k gereraist und wäre bei diesem Flop mit Sicherheit noch im Turnier geblieben.

Amarillo Slim spielt(e) im übrigen wirklich Old School of Poker. Wenn er bei Showdowns Hände zeigen musste, waren diese durchweg ordentlich und die Raises waren vernünftig gesetzt. Für mich als Amateur ist es schon cool mit solch einem Poker-Dino am Tisch zu sitzen. Im letzten Jahr hatte ich bei der WSOP über mehrere Stunden Main Event Gewinner Tom McEvoy an meiner Seite, der aber ist ja 2 Dekaden jünger als Amarillo und daher erst ein kleiner Dino.

Nach meinem Abendessen schaute ich noch mal im Turniersaal vorbei und sah, dass sich Amarillo und „Wild Guy“ unter die letzten 25 vorgekämpft hatten. Anscheinend führen ja doch beide Spielweisen zum Erfolg.

Ich zieh mir jetzt noch ein Kapitel Harrington rein,

Liebe Grüße, Euer

Sven

Sonntag, 14. Juni 2009

Bohnen in den Ohren

So konnte es nicht weitergehen. Alkohohl, Drogen oder wenig Schlaf sind des seriösen Pokerspielers tot. Wenn ich privat mal ne Runde Sit´n&Go mit Freunden spiele, darfs auch mal ein Bierchen zwischendurch sein, aber zumindest einen wachen Kopf sollte man haben. Und den hatte ich durch die Fremont Street Experience nun weiss Gott nicht. Da war eher ne Wassermelone mit viel Bum Bum gefüllt auf meinem Hals. Nach dem Aufstehen schwang mein Körper bestimmt noch eine halbe Stunde im Takt von der nächtlichen Musik der Rockbühne mit.

Also beschloss ich Gegenmittel zu ergreifen. Faule Eier aus dem 18.ten Stock meines Zimmers werfen? Dem FBI melden, die Musiker seien Verwandte von Bin Laden? Den örtlichen Stromanbieter mit verseuchten Ökostrom erpressen, um den „Saft“ abstellen zu lassen. Mhhh, das alles hätte meine Vergasurlaub wohl abrupt verkürzt, vielleicht aber meinen USA Aufenthalt im „Hotel“ Alcatraz oder am Strand von Guantanamo-Bay verlängert. Nicht so rosige Aussichten.

Im der Drogerie CVS fand ich dann die bessere Lösung. Meine neuen Nachtbegleiter:

Verhüterli für meine Ohren :-)

Und die halfen mir in der letzten Nacht außerordentlich gut, um genügend Schlaf zu finden. Dem $160,- Turnier um 14:00 Uhr stand also nichts mehr im Wege. Ausser Kartenglück vielleicht.

Wir begannen heute mit 6k Chips und ich konnte meinen Stack mit schlechten Karten aber guten Steals von Runde zu Runde aufbauen.

Level 2 >> 6.4k
Level 3 >> 6.7k
Level 4 >> 9.7k
Level 5 >> 12.6k
Level 6 >> 14.3k

Aber ab Mitte des sechsten Levels war es dann vorbei mit meiner Aufbauaktion, obwohl ich mich am Tisch wohlfühlte und mit meinem Spiel zufrieden war. Ein Bluff klappte nicht, als ich in BB QTo fand und bei einem Raiser in einen 3k Pot noch 1k nachzahlen musste. Der Flop kam K x x und ich checkte, der Raiser auch. Der Turn war eine Blank und ich dachte mit einem Anspielen von knapp unter halben Pot (1,8K) die Hand nach Hause fahren zu können. Ich setzte den Raiser auf ein mittleres Paar oder AQ/AJ. Der ging aber auf mein Anspiel hin Allin und ich musste die Hand aufgeben. So blieben mir für Level 7 nur noch 10,8k bzw 5 M´s.

Ohne eine Hand zu bekommen waren es nach 20 Minuten in Level 7 nur noch 6,4k Chips und ich ging vom Button mit 54s Allin. Natürlich wachte die SB mit KK auf und das wars mal wieder. Ich glaube ich bin jetzt in 5 von 8 Turnieren gegen KK ausgeschieden. Tolle Nummer. Auf meinem Notizzettel von heute finde ich in 3,5 Stunden Aufzeichnungen 2 x AK und 1 x TT als höchstes PP. Da zeigt sich meiner Meinung nach mal wieder, dass Du so gut spielen kannst wie Du willst, wenn’s keine guten Karten gibt, bist Du fast verloren. Es sei denn Du gewinnst Deine Not-Allins mit Q3,J8 usw. und baust auf dem reinen Glücksfaktor Deinen Stack auf.

Stellt sich mir doch wirklich die Frage was denn nun besser ist. Dumm wie Brot zocken und nach 30 Minuten vom Tisch oder gut spielen und nach Stunden mit dem gleichen Ergebnis nach Hause zu gehen. Was schrieb ich vor 2 Wochen doch noch gleich:

Longrun Sven, Longrun

Ich muß jetzt ersteinmal in der Gebrauchsanweisung nachschauen, wie ich die Dinger wieder aus den Ohren raus bekomme!!!

Lieben Gruß,

Euer Sven



Entertainment Tipp (3)

Ihr habt also Angst vor all den bösen Timesharing Menschen und wollt Euch auch partu nicht mit Eurem Partner am Strip sehen lassen um meine Free-Show-Tour zu machen??? Dann müsst Ihr Euch eben Geld per telegrafischer Überweisung von Oma schicken lassen. Hilft ja nichts. Denn für meinen dritten Entertainment Tipp braucht Ihr zumindest ein wenig Kohle.

Es gibt da eine Möglichkeit, wie Ihr an bis zu 50% reduzierte Showtickets kommt. Über ganz Vegas verteilt gibt es ca. 10 Last Minute Verkaufsstände, die einem ab 10:00Uhr Tickets mit bis zu 50% Rabatt auf den regulären Preis verkaufen. Klingt doch gut, oder?

Die Sache ist ABSOLUT Seriös und ich habe es selber schon mehrmals ausprobiert und dort meine Tickets gekauft, dennoch gibt es da 2 bis 3 Dinge die Ihr beachten solltet.

1.ter und für mich wichtigster Punkt: Ihr kauft lediglich ein Ticket einer bestimmten Preiskategorie für eine Show, nicht jedoch den Sitzplatz an sich. Beim Ticketkauf wisst Ihr also noch nicht wo Ihr sitzt. Den Sitzplatz holt Ihr Euch erst bei der Abendkasse des Hotels, wo die Show läuft.

2. Ihr zahlt pro Ticket/Person zur Zeit $ 5,- Bearbeitungsgebühr. Viele Hotels bieten aber für Ihre „kleineren“ Shows mittlerweile „Buy One Ticket, get One Free“ an. Solltet Ihr also zu zweit in Vegas sein, unbedingt die ganzen Touri-Hefte nach Coupons durchblättern. Denn dann zahlt Ihr auch nur 50% pro Ticket, spart Euch die Bearbeitungsgebühr dabei und könnt Euch vor Ort im Hotel die Plätze sofort selber aussuchen.

3. Die Tickets sind fast alle nur für die am gleichen Abend laufende Show zu kaufen.

4. Die TOP SHOWS in Vegas sind in der Regel nur minimal reduziert und nicht um 50%.
Da aber auch für diese Shows $ 5,- extra anfallen und Ihr bitte Punkt 1 beachten solltet, lohnt es sich in meinen Augen nicht, diese beim Discounter zu kaufen. Ich würde davon sogar abraten.

Alles in allem kann man aber sagen: Wer sich mal einen gemütlichen Abend mit Unterhaltung machen möchte (denn mit Deinem Partner hattest Du schon seit 7 Monden keinen mehr :-) und nicht gleich $100,- oder $150,- pro Person hinlegen mag, der ist bei Tix4Tonight gut aufgehoben. Es gibt auch nette Shows für ca. $25,- bis $30,- pro Person (Originalpreis $50 bis $60,-)

Link >>> http://www.tix4tonight.com