Samstag, 6. Juni 2009

Vom Winde verweht

Mit einem frisch gebrühten Kaffee und dem langsamen und genussvollen Vernaschen meiner neuen französischen Freundin (besser gesagt Ex, denn nun i(ß)t Sie weg , begann heute mein windiger Tag in Las Vegas.

Ich war jedoch nach dem guten Frühstück (12:15) so zufrieden mit mir selbst und der Welt, dass ich beim anschließenden Mails checken, N-TV Livestream gucken und einem kleinen Nickerchen zwischendurch wieder mal die Zeit verpennte.

Eigentlich hatte ich ja heute mal vor nach Chinatown zu fahren, um die gelbe „Bedrohung“ ein wenig aufzumischen, allerdings fahren die Busse dorthin nur alle 30 Minuten und meiner war laut Fahrplan gerade weg, so dass ich meinen Tagesplan änderte.

Anstatt nach Chinatown ging es mit dem Bus zum Hawaiian Marketplace gegenüber des Monte Carlo Hotels, wo ein chinesisch/mongolisches Restaurant ein günstiges „All you can Eat“ Büffet anbietet. „Na wenigstens ein bisschen China heute“ dachte ich mir, als mir zum dritten Mal die zwei blöden Stäbchen auf die Erde fielen und der Kellner schon etwas mitleidig, allerdings auch ein Hauch von Genervt, zu mir rüber schaute. „Stupid German Tourist“ muss er wohl gedacht haben, als mir abermals die frischen und sauber verpackten „Stricknadeln“ bringen musste.

Nun kann ich mit Rumtrödeln und Essen bis der Bauch schmerzt keinen vernünftigen Blogeintrag schreiben und oh Wunder, meine grauen Zellen fingen (fast von alleine) an sich in Bewegung zu setzen, um herauszufinden wie der Tag denn nun weitergehen könnte.

Und dabei kam dann folgendes Raus:

Geizkragen Tipp (4) ....bzw.
Entertainment Tipp (1)


Da waren Sie also wieder, Eure 3 Probleme im Vegasurlaub. Sie will den ganzen Tag die original Fassungen von „Sex in the City“ sehen, das Geld für eine Top Show (wie z.B. von Cirque du Soleil) ist jetzt bei einem anderen und auf die Chippendales (wo Sie unbedingt rein will) habt Ihr keine Lust, weil Ihr mit Eurem Bierbauch da nie im Leben mithalten könntet und neidisch auf die Jungs seit.

NEIDISCH ???

Wie also für bessere Unterhaltung sorgen? Na dann zieht Euch jetzt mal sehr gute Schuhe an, holt die Strümpfe mit den Löchern wieder aus dem Koffer (in die neuen von Eurer Lieblingstante würden sonst heute welche reinkommen), steckt $7 bis $10,- pro Person in die Tasche und Los geht’s:

17:00 Uhr: Ihr guckt Euch im MGM die „Lions Habitat“ an und habt solch wilde Katzen schon lange nicht mehr gesehen/erlebt.



18:00 Uhr: Ihr wundert Euch im Planet Hollywood Hotel über die ziemlich mickrige Nachbildung der Bellagio Fontäne die sich hier „Fountain Show at Miracle Mile Shops“ nennt.



18:30 Uhr: Ihr fragt Euch, bei der „Rain Storms Performance at Miracle Mile Shops“ (ebenfalls im PH) warum es in einer Einkaufspassage denn Regnen und Donnern muss.



19:00 Uhr: Wieso spielen die vor dem Bellagio Hotel für Euch das Lied „Time to say Goodbye“ und lassen dabei Wasserfontänen tanzen, wenn Ihr doch noch 2 Wochen Urlaub in Vegas habt?


19:30 Uhr: Der „Botanical Garden“ im Bellagio ist zwar nicht größer als ein Handballfeld, aber Ihr erfreut Euch an der netten Deko und den frischen Blumen.


20:00 Uhr: Im Caesars Palace streiten sich die Kinder von Atlas bei der Brunnenshow „The Fall of Atlantis“ über das anstehende Erbe des Vaters und Ihr seid froh das Eure Gören bei der Oma zu Hause schmollen.


20:30 Uhr: Als Ihr in der Lobby vom Mrage die Fische im Aquarium entdeckt, zählt Ihr diese nicht 1,2,3 usw., sondern addiert Euch heimlich pro Fisch 30$ in Eurer Bankroll dazu, weil Ihr Sie noch von den letzten Sessions wiedererkannt habt.


21:00 Uhr: Vor dem Mirage Hotel habt Ihr das Gefühl, das der Andreasgraben gerade mal wieder ein Stückchen auseinander gegangen ist, weil vor deren Tür ein Vulkan ausgebrochen ist.


22:00 Uhr: IHN freut es zu sehen, wie bei der Show „Sirens of T.I.“ vor dem Treasure Island, halb nackte Mädchen auf einer Segeljolle tanzen und dabei lustige Piratenkostüme anhaben.



22:30 Uhr: Im völlig überfüllten Bus (weil ja Wochenende ist) fahrt Ihr zum Abschluß nach Downtown, damit Ihr Euch um

23:00 Uhr: bunte Bilder an der Decke der Fremontstreet angucken könnt.

23:30 Uhr: Der letzte Dollar reicht gerade noch um der Kellnerin ein Trinkgeld für das Bier zu geben.

0:00 Uhr: Ab nach Hause !!!

Genau diese „Ochsentour“ habe ich heute für Euch gebastelt und natürlich erst einmal selber ausprobiert, um zu sehen ob das auch alles zeitlich so passt, wie ich mir das beim Chinamann ausgedacht habe. Und es geht wirklich. Zwischendurch ist zwar immer mal ein wenig Leerlauf, aber mit meinem Geizkragen Tipp 3 ist der gut zu überbrücken.

P.S. Es war heute leider so Windig, dass die Show am Treasure Island abgesagt wurde. Oder anders gesagt: Von Winde verweht, womit wir wieder beim Anfang wären Und morgen wird dann auch wieder um 12:00 Uhr im Golden Nugget im Turnier gepokert, ist ja schließlich ein Pokerblog

Ich muß Strümpfe stopfen,

Euer Sven

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