Doch als ich (heute Morgen)
meine kleinen, verträumten Augen aufmachte, um einen Blick auf den Radiowecker zu werfen, glaubte ich noch zu träumen. Denn auf der LED-Anzeige stand 13:20 und mir war sofort klar, dass ich mit Duschen, Frühstücken, Kaffee trinken etc. nie im Leben rechtzeitig fertig werden würde.Da ich in den letzten Tagen immer so zwischen 7:00 und 9:30 aufgestanden bin, habe ich mich schon manchmal darüber geärgert, nicht länger schlafen zu können. Ein bisschen länger wäre ja O.K. gewesen, aber das war definitiv zu lang. Sollte da etwa ein dämonischer Fluch des gestrigen Dealers in mich eingefahren sein? Oder kommt da jetzt noch was vom Jetleg durch?
Jedenfalls schnell 10 Rosenkränze gebetet, um die dunklen Mächte zu vertreiben und unter die Dusche gehüpft. Anschließend das Laptop angeschmissen und ein paar E-Mails beantwortet. Und so gegen 15:00 Uhr stülpte ich mir dann die Kopfhörer auf, um mich von meiner neue Eroberung, dem MP3 Player, ein wenig berieseln zu lassen.
Plötzlich jedoch wurden mir die Augen so schwer, als wenn mir jemand ein Pendel davor gehalten hätte und ich sang wieder ins Reich der Träume. Völlig von der Rolle und mit flauen Beinen stellte ich dann um 18:00 Uhr fest, dass der Tag so ziemlich gelaufen sei. Um wach zu werden, kochte ich mir im Hotelzimmer erst einmal einen Kaffe, um dann feststellen zu müssen, dass ich die falsche Tüte gegriffen hatte und es sich um entkoffeinierten handelte. Satanswerk.
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Wie also aus dem Koma rauskommen? Da fiel mir ein, dass ich auf der WSOP ja die witzige Werbung eines neuen Wundermittels gesehen und fotografiert hatte, die angeblich alte, müde Männer wieder Fit macht (genau mein Ding) und zudem auch noch ein Testosteron Booster sei. „Egal was das sein mag, her mit Zeug.“ dachte ich mir. Also runter in den ABC Store und mit dem Zettel in der Hand die nette Dame an der Kasse gefragt, ob Sie so etwas verkaufen würden.
Voller entsetzen bekam ich zur Antwort, dass ich in einen Drugstore gehen müsste, die hätten eventuell so was. Woraufhin mein Kopf sofort so tief in meine Schultern wanderte, das ich bestimmt aussah, wie eine ängstlich Schildkröte. Vorsichtig schaute ich mich um, ob nicht zu all meinem Übel gar noch ein Cop das Gespräch mitgehört hat. „Ey Mädel“, dachte ich mir, „ich bin ein Hamburger Fischkopp und weiß schon was Drugs sind und wo die zu kriegen sind, schließlich haben wir dafür die Reeperbahn und nicht Ihr in Vegas. I will doch nur diesen Booster für meine grauen, schläfrigen Zellen.“ Also dann eben ohne Aufpuschmittel wieder raus aus dem Laden.
So war das also. Der Tag hinüber, keinen richtigen Kaffee, kein Poker und auch kein Wundermittel. Vor lauter Frust fuhr ich dann Richtung Strip um wenigsten ein paar Nacht (NICHT Nackt) Fotos von Vegas zu machen.
Bin Müde und muß in die Heia,
Sven
PS. Mein Wörterbuch im Hotel sagte dann: Drugstore = Drogerie.
Und ich dachte immer Drogerie wäre Pharmacy, Apotheke oder Chemist in Englisch. Wieder was dazu gelernt.





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