Dienstag, 23.06.2009
....oder, wie man einem Sparfuchs in die Knie zwingt und Ihm so doch noch das Geld aus der Tasche zieht.
Ich hatte mir doch alles so schön mit meinen Exceltabellen ausgerechnet. Sich einen Mietwagen leihen und dann trotzdem soviel Geld damit sparen, dass ich mir fast das Main-Event damit finanzieren könnte. Aber ich war in den letzten Tagen wohl zu Böse mit meinen Mitmenschen in Vegas umgegangen.
Erst nerve das Frontdeskpersonal im Binions schon seit dem Umzug aus dem Golden Gate mit meinen Zimmerwünschen und bin heute in mein mittlerweile 6. Zimmer in 12 Tagen umgezogen, dann bezichtige ich die Dame von Dollar Rent a Car damit, dass Sie mir ungewollte Extras aufschwatzen will und gestern wollte ich auch noch die Ruhe des Jetis stören. Das war einfach zuviel des Guten und so kam heute alles ganz anders als geplant.
Eigentlich sollte es heute zum Hoover Damm gehen, denn ich hatte für den Mietwagen die Option gebucht, die erste Tankfüllung für nur 7,- € zu kaufen und die wollte ich natürlich auch in meiner 24h Mietdauer auf den Kopf hauen und möglichst viel mit der Kiste unternehmen. Gestern klappte das ja auch schon ganz gut, denn neben dem Mt. Charleston Besuch kaufte ich im Wal-Mart noch unzählige Flaschen Gatorade ein (0,79 anstatt über 2$ in Downtown), holte mir etliche Schachteln Zigaretten im Smokshop (2,50 anstatt ca. 5$) und ich fuhr in einen Waschsalon, um nicht den teueren Reinigungsservice eines Hotels in Anspruch nehmen zu müssen. Mit dem Hoover Damm hätte sich der Wagen dann rentiert, aber über Nacht kamen böse Geister, um mir einen Strich durch meine Rechnung zu machen.
Es fing damit an, dass ich tierische Kopfschmerzen bekam, die auch mit 3 Pillen nicht besser wurden. Lag das etwa an der dünnen Höhenluft des Mt. Charleston? Dann wurde mir elendig schlecht und mein Bauch schmerzte wie Hölle, so dass ich ab ca. 03:00 den Rest der Nacht auf, neben und über der Toilette verbringen musste. So das der Ausflug sprichwörtlich in die Hose ging :-) Wie aber sollte ich den Wagen bis 10:30 wieder abgeben können, wenn alle 10 Minuten mein „inneres nach draußen“ will? Es nützte alles nichts, der Wagen musste zurück, damit kein extra Tag zu bezahlen war.
Mit Rucksack und einigen leeren Plastiktüten (für den Fall der Fälle) schleppte ich mich in die Garage vom Binions und fuhr anschließend den Wagen zur Rent a Car Station zurück. Bei der Abgabe der Papiere war mir allerdings so schlecht, dass ich jetzt gar nicht weiß, ob die mir noch irgendetwas von der Kreditkarte abziehen werden.
Schnell nach Hause ins Hotel zurück, aber den Bus dafür zu nehmen war aufgrund meines Zustands unmöglich. Also musste ich mir für $ 13,- ein Taxi nehmen. Kaum aber war ich aus dem Taxi draußen, nahm das Unheil weiter seinen Lauf. Ich musste mir, ausgerechnet auch noch genau vor dem Eingang des Binions-Turniersektors, einen Mülleimer „näher“ von innen anschauen. (Ich glaube Ihr wisst was ich meine). Hoffentlich hatten die Drinnen genug zu tun und diese peinliche Situation nicht mitbekommen.
In meinem Zimmer angekommen, versuchte ich dann etwas zu schlafen, denn auch mein Turnier um 14:00 Uhr konnte ich so nicht spielen. Und wenn ich mir jetzt alles mal zusammenrechne, war der Mietwagen doch nicht die große Ersparnis. Eine ganze Tankfüllung für 110 Meilen, kein Hoover Damm, kein Outlet Mall und zusätzliche Taxikosten.
Jetzt lieg ich armer Sven hier auf dem Bett und zieh mir schon den ganzen Abend Cola mit Salzgebäck rein. Oma´s altes Rezept, was die meisten von Euch sicher kennen werden. Der „Witz“ an der ganzen Sache ist, dass mir letztes Jahr, ziemlich auf den Tag genau, hier in Vegas das gleiche wiederfahren ist. Schlimmer war allerdings damals die Tatsache, dass es mich an meinem Abreisetag erwischte und die Flughafenmitarbeiter wohl heute noch denken werden, welches besoffene Schwein Ihnen denn den Flughafen vollgeko... hat. Aber ich habe/hatte keinen Tropfen Alkohol im Blut.
Das muss die Rache von Vegas gewesen sein.
Ist das Bad frei?
Grüße, Euer Sven
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