Samstag, 4. Juli 2009

Gestrandet

Freitag, 03. Juli 2009


Heute war es endlich soweit. Das Highlight der 40. WSOP stand schnaufend und mit den Hufen im Wüstensand scharrend vor der Tür des Rio und wartete nur darauf reingelassen zu werden. Main Event ist das Zauberwort. Und ich hatte als einziger den Schlüssel für das Schloß an der großen Pforte im Amazon Room, um dem millionenschweren V.I.P. die Tür zu öffnen.

O.K. O.K., ist ja schon gut. Ich weiß selber, dass das so nicht stimmt, aber nehmen wir einmal an es wäre so gewesen, dann würde ich jetzt sehr wahrscheinlich mit einer dicken Kordel um den Hals in der Sonne vom Death Valley hängen. DENN:

So will ich nicht Enden......


Ich ging heute um ca. 10:10 aus dem Hotel, um dann 10 Minuten später in meinen „WSOP-Bus“ vom Downtown Busbahnhof einsteigen zu können. So hatte ich es bis jetzt immer gehandhabt, wenn ich um 12:00 Uhr im Rio sein wollte. Und das klappte auch, trotz einmal umsteigen, jedes Mal wunderbar. Etwas dumm aus der Wäsche guckte ich jedoch, als ich an dem Fahrplan lesen musste, das dieser vor ein paar Tagen geändert wurde. So fuhr der Bus jetzt nicht um 10:20, sonder erst um 10:35. Aber es sollte noch schlimmer kommen, als nur diese 15 Minuten Zeitverlust.

Mit in den Bus stieg nämlich eine ältere Dame, die sich entweder auch mit dem Schweinegrippenvirus infiziert hatte oder aber vorher so ein gutes „Zeug“ zu sich genommen hat, dass Sie während der Fahrt immer wieder einschlief und sich dabei mit dem Oberkörper so weit in den Gang beugte, dass kaum noch ein Fahrgast an Ihr vorbeigekommen ist.

Mein Zeitmangement, zerflossen in der Sonne Nevadas


In Deutschland hätte der Busfahrer die Dame sehr wahrscheinlich lediglich gebeten, sich einen Fensterplatz zu suchen. Aber in Vegas ist das anders, da ist der Busfahrer das Gesetz. Der hielt nämlich plötzlich irgendwo auf der Maryland Avenue an, um dann dort keine Bittrede zu halten, sondern der Frau unmissverständlich zu verstehen gab, dass Sie hier und sofort auszusteigen hätte. Was folgte war eine fünfminütige Diskussion mit dem Ergebnis, dass wir ALLE aussteigen mussten. Der fahrende Sheriff, in der Uniform eines Busfahrers, hatte uns nämlich per Lautsprecher mitgeteilt, dass er die Cops alarmiert hat und die Fahrt hier zu Ende sei. SUPER und wie bringe ich den Schlüssel jetzt rechtzeitig ins Rio?

Am liebsten hätte ich ja Mr. Möchtegern im heißen Teer der Maryland Avenue verbuddelt, aber ich wollte der Dame nun nicht unbedingt in einem klimatisierten blau/weißem Auto Gesellschaft leisten und besinnte mich eines besseren. So aber konnte ich es niemals pünktlich zur WSOP schaffen und um 14:00 Uhr fing mein Turnier im Binion´s an. Also musste ich das Rio sausen lassen und .... wie gesagt, wenn ich jetzt als einziger den Schlüssel für die Eröffnung gehabt hätte, dann ....

......oder etwa doch?

Wieder im Binion´s angekommen, verlief mein Turnier leider ähnlich Chaotisch wie die Busfahrt ab. Konnte ich meinen Stack, bei meinen Full House gegen einen Flush, im zweiten Level noch fasst verdoppeln, ging dann im dritten Level über die Hälfte davon wieder an die anderen, als ich bei 4 Limpern am Button mit meinem Move leider auf Gegenwehr lief und strandete. Ausgeschieden bin ich dann mit AQ und gefloppten Top Pair gegen ein Set. So muss ich leider weiter auf meinen dritten Cash warten.

Ich werde jetzt mal lieber den neuen Busfahrplan auswendig lernen,

Liebe Grüße,
Euer Sven

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