Dienstag, 30. Juni 2009
Ihr kennt ja bestimmt alle den Satz: „Ich geh nur mal kurz Zigaretten holen“ und dann wartet die bessere Hälfte Stunden, Tage, Monate oder sogar Jahre auf die Rückkehr des Liebsten.
Ich wollte heute nur mal schnell ein Flugticket am Airport abholen und mit meiner Kreditkarte auch gleich vor Ort bezahlen. Doch es sollte ein langer Tag für mich bis zur Glückseligkeit werden. Denn als ich am Flughafen angekommen war, musste ich feststellen, dass die Öffnungszeiten des Ticketschalters der Lacher schlecht hin waren. Nämlich von 7:00 bis 11:00 Uhr und von 23:00 bis 2:00 Uhr Nachts. Ich bin ja schon an einigen Flughäfen dieser Welt gelandet und gestrandet, aber so was habe ich noch nie erlebt. Was bitte schön machen die denn zwischen 11:00 und 23:00 Uhr ??? Nachwuchs für Las Vegas oder wohlmöglich noch schlimmere Sachen ???
Da ich natürlich genau zwischen den Öffnungszeiten wie ein begossener Pudel am Airport stand, musste ich mir Plan B zusammen basteln. Vielleicht ja mal, für nur schlappe $ 20,- ,ein leckeres „All You Can Eat“ Sushibuffet im Paris Hotel&Casino plündern. OK., gedacht, getan und ab in den Bus. Denn was gibt es für einen Pokerspieler schöneres als frischen Fisch?
Dumm nur, wenn man sich dann an der verschlossenen Tür die Nase platt haut, weil das Restaurant Montags und Dienstags Ruhetag hat. Wieder mal so ein Tag, wo man doch lieber hätte im Binion´s bleiben sollen.Vor lauter Frust kaufte ich mir dann ein Ticket für die, meiner Meinung nach, beste Show in Vegas. KA von Cirque du Soleil im MGM Mirage. Es waren jedoch nur noch Karten für die 21:30 Show verfügbar. Da ich aber sowieso erst kurz vor der Geisterstunde wieder am Airport erscheinen durfte, war das nicht ganz so schlimm. So nahm ich zwischenzeitlich am Pokertisch vom MGM Platz. Die Session war aber weder Fisch noch Fleisch und so ging ich mit $ 3,- Plus vom Tisch. Wow, damit hätte ich mir doch glatt 3 Hamburger von kaufen können. Ich zog es jedoch vor, mir im Tropicana Casino mal das Buffet zu genehmigen, bevor es in die Show ging. Naja, war auch nicht der Hit.
Die Vorstellung war, wie nicht anders zu erwarten, wieder mal Klasse. Es passte jedoch in meinen gesamten, von mysteriösen Geschehnissen gezeichneten Tag hinein, dass es durch einen technischen Defekt eine Zwangspause von ca. 15 Minuten gab. Zu den Shows von Vegas gibt es Morgen mal ein paar mehr Infos von mir.
Jetzt war es aber an der Zeit, dass ich mir meine Belohnung für 8 Wochen Wüstensand endlich abholen konnte. Wieder im Terminal angekommen, musste ich zu meinem entsetzen feststellen, dass da, wo vor ein paar Stunden noch „Ticket Sale“ oder so ähnlich drauf stand, jetzt Checkin zu lesen war. Damit nicht genug des Übels, standen vor dem Counter ca. 100.000 Menschen mit Ihren Koffern um sich Ihre Bordkarte zuholen und das Gebäck abzugeben.
Nun bin ich aber (manchmal) ein schlaues Kerlchen und so schleichte ich einfach mit leisen Schritten an diesem gemeinen Tier von höchstgiftiger Touristenschlange vorbei, um am First Class Schalter mein Glück zu versuchen. Das mit dem Ticket müsste ja eigentlich Ruck Zuck gehen. Buchungscode nennen, CC durchziehen lassen und ab dafür. Wäre es ja auch, wenn mir die blöde Kuh nicht mit bösem Blick und forscher Stimme zu verstehen gegeben hätte, dass ich mich gefälligst am Economy Schalter anzustellen hätte. %“%§/“)/&§%, (&§%$ !!!!
35 Minuten !!! 35 Minuten stand ich da zwischen den ganzen „Eincheckern“ um ein kleines Stück Papier entgegen nehmen zu können.
Was aber hat der Sven denn da nun genau gemacht. Was hat er vor, wo will er hin und darf er das überhaupt ??? Eines mal Vorweg: ER DARF !!!

Also, hier kommt die Auflösung: Der Pokerspieler ist ja als solches ein nicht einzuordnendes Wesen. Der eine spielt Tight, der andere Lose. Manch einer investiert seine Gewinne in größere Buyins (was Banrolltechnisch nicht immer Richtig ist), der nächste bringt Sie aufs Sparbuch und freut sich bei einer Inflation von 2% über das TOP Angebot seiner Bank, was Ihm 1,25% Zinsen bringt und ich haue die Kohle auf den Kopf. Ich liege zwar noch nicht wirklich fett im Plus, da ich aber bereits vor der Vegasreise das Geld für die Turniere als Spielgeld abgeschrieben habe, sehe ich den Gewinn über 2,5k für meine sechsten Platz als „Überschussguthaben“ an. Und somit fiel vor ein paar Tagen der Endschluss, meine Reise auf HAWAII zu beenden.
Einziger kleiner Nachteil: Ich muss dafür 2 Tage von meinem Vegasaufenthalt opfern. Großer Vorteil: Ich bleibe knapp 2 Wochen länger in den USA und werde es mir mit leckeren Cocktails am Pacific gemütlich machen. Und wenn Intelli mich nicht stilllegt, weil ich auf Hawaii sicherlich nicht pokern werde, wird selbstverständlich auch von Oahu aus mein Blog weitergeführt, der jetzt folgende neue Überschrift tragen müsste:
8 Wochen Las Vegas als Antidepressivum und ein bißchen Hawaii
Alles weitere hierzu gibt’s natürlich im Laufe der Tage.
Ich werd´ mir jetzt schon mal ein paar Schwimmflügel kaufen,
Aloha
Euer Sven
*** der Staatsfisch Hawaiis

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