Sonntag, 12. Juli 2009
Meine gestrige Nacht war ja so schöööön. Ich träumte von schnittigen Jachten, großen Villen, hübschen Hawaiianerinnen und wilden Champagnerpartys an den exklusivsten Stränden Oahus. Das kann nur an diesem imens Großen und für einen arbeitslosen Pokerspieler viel zu hohen, Gewinn gelegen haben, den ich gestern einfahren konnte. Denn normaler Weise schalten bei mir alle Elektroden automatisch ab, wenn ich in den Schlaf sinke. Aber mit NEUNZIG Dollar mehr in der Tasche schläft es sich doch gleich ganz anders :-)
Ich war gerade dabei, am Strand von Waikiki das Date meines Lebens klar zu machen, als es plötzlich BUMM BUMM BUMM machte. Wie von einem Wüstenfuchs gebissen stand ich senkrecht im Bett und wusste zuerst nicht wie mir geschah. Stand da vor meiner Hoteltür etwa der wütende Vater meiner „Traum“frau, um mir mal kräftig die Leviten zu lesen? Oder war da draußen einer meiner gestriger Gegenspieler um mir mein gewonnenes Geld zu entreißen?
Langsam schlich ich zur Tür und beim spannen durch meinen Spion stockte mir sofort der Atem. Alles war noch viel schlimmer, als ich Befürchtet hatte. Vor meiner Tür stand die oberste Gouvernante des Binion´s, die Herrin aller Zimmer, die ergraute Chefin der Zimmermädchen ..... es war die Hausdame. Mir war sofort klar, was Sie von mir wollte. Mein Reich, in dem ich fast 5 Wochen lebte, sollte wieder in Ihren Besitz übergehen. Ich öffnete Ihr also so dann die Tür, um anstatt eines „Good Morning“ ein „CHECK OUT TIME IS 12PM, SIR!!! YOU ARE LATE!!!“ hören zu müssen. Ihr Ton gefiel mir nicht, Sie gefiel mir nicht und bei so einer Verabschiedung gefiel mir das Binion´s irgendwie auch nicht mehr.
O.K., ich hatte verschlafen, weil ich vergessen hatte mir meinen Wecker zu stellen, aber muss ich mir diesen Ton gefallen lassen, nachdem ich hier so viele Turniere gespielt habe und schließlich ja auch für 5 Wochen hier wohnte? Ich glaube nicht, aber es half alles nichts, ich musste raus. So gegen 12:40 räumte ich dann mein Zimmer und checkte aus. Wie ein „Donkey“ bepackt versuchte ich mich dann mit meinen 3 Koffern, Laptop und Rucksack durch die engen Gänge des Casinos, vorbei an den Slotmashines zum Ausgang zu bewegen. Es sind zwar nur ca. 200 Meter bis zum Golden Gate, mir kam es aber endlos vor.
Zurück im Golden Gate
Aber die Mühe lohnte sich, denn hier wurde ich wie schon beim letzten Mal freundlich empfangen und durfte, im Gegensatz zum Binion´s, auch sofort in mein Zimmer, obwohl es noch nicht 15:00 Uhr war. Dort bekam ich dann allerdings einen mittleren Schock, als ich die „Größe“ meines neuen Reichs sah. Das Zimmer war um ca. 2/3 kleiner als das des Binions und mit meinem ganzen Gelump bleibt jetzt kaum noch Platz zum Atmen übrig. Mein erstes Zimmer im Golden Gate war da doch um einiges Geräumiger. Naja, was soll´s, sind ja nur 3 Tage.
Die Schlepperei hat mir allerdings ein kleines Licht aufgehen lassen, denn so kann ich unmöglich mit dem öffentlichen Bus zum Airport kommen. Also wurde für den 14.07. auf den 15.07. noch schnell ein Mietauto gebucht. Die Kosten dafür liegen bei ca. $55,- und ein Taxi würde mich wohl so um die $25,- ärmer machen. So aber kann ich am Dienstag vielleicht doch noch zum Hoover Damm und in den Red Rock State Park. Vorausgesetzt, dass mein Magen nicht wieder rebelliert

Den Rest des Tages verbrachte ich mit dem Lesen meines neuen Oahu Reiseführers. Übrigens am Pool des Binion´s, denn so schnell werden die mich nicht los, aber psssttt, bitte nicht verraten. So langsam werde ich nämlich mal ein Hotel und einen Leihwagen buchen müssen, kann mich aber einfach nicht entscheiden.
Ich werde jetzt mal versuchen meinen Traum von heute Morgen weiter zu führen. Vielleicht gibt’s ja ein Happy End

Gute Nacht,
Euer Sven


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