Dienstag, 21. Juli 2009

Kikeriki, Kikeriki

Sonntag, 19. Juli 2009


Gestern hieß ja meine Überschrift „Die Natur ruft“ und das sollte sich heute Morgen mit beeindruckender Lautstärke auch bewahrheiten. 05:30 in Hawaii: Zeit fürs Frühstück ??? Was bitte schön soll den nun der Sch—ß ??? Kikeriki, Kikeriki machte es ziemlich genau unter meinem Fenster. Es war unfassbar! Es war so Laut, dass ich fast an die Decke gesprungen wäre. Und damit nicht genug, musste irgendein Hahn aus der Nachbarschaft auch noch darauf antworten. Ich hoffte ja, dass sich das Specktakel in einigen Minuten wieder legen würde und zog mir die Decke über den Kopf. Es legte sich aber NICHTS. So suchte ich Schlaftrunken wie ich war nach meinen Ohrstöpseln, die aber natürlich fast ganz unten in meinem Koffer lagen. Doch die Mühe lohnte sich und ich schlummerte wieder ein.

Nach einem kurzen, schnellen Frühstück ging es dann in die Inselmitte, um die Ananasplantage der Firma Dole zu besichtigen. Autsch, da hätte ich mal lieber vorher meinen Reiseführer richtig durchlesen sollen. Ein einziger Touristennepp war das und so wurde es auch in dem kleinen Büchlein beschrieben. Der Eintritt in den „Plantation Garden“ kostete zwar nur $4,-, aber Wasser und einen Gärtner hatte der schon lange nicht mehr gesehen.

Dole Plantation

Eine Rundfahrt mit einer kleinen Kirmes-Eisenbahn durch die Ananasfarm schlug mit $8,- zu buche. Dieses „sensationelle“ Fahrerlebnis dauerte ca. 25 Minuten. Die Kinder waren alle hellauf begeistert. Die Eltern und der Sven hingegen wünschten sich schon nach 5 Minuten die Rückkehr in den Ausgangsbahnhof. Denn das war ungefähr so spannend, als wenn ich einen meiner treuen Leser mit einer Schubkarre durch die Rappsfelder von Dingsdabums kutschiert hätte. Gääähn.

Ananas, mehr nicht

Den Besuch in den angeblich größten Irrgarten der Welt ersparte ich mir daraufhin. Was soll ich denn wie ein Esel durch enge Gänge laufen um einen Ausgang zu finden, um dafür auch noch mal $8,- hinzulegen. Ne, ne ohne mich. Das einzige was hier 1a gepflegt war, war der Souvenirladen. So groß wie 3 Handballfelder und Preise wie vom anderen Stern.

Da lang oder da lang ???

Jetzt brauchte ich einen Abkühlung und fuhr zum Strandbesuch an die Westküste. Auch hier reiht sich ein Strand an den anderen und nach ca. einer Stunde Fahrzeit schmiss ich mich dann an einem der wenigen Strände mit „Bademeister“ in die Wellen des Pazifiks. Ohne Mr. Hasselhof hätte ich mich hier auch nicht reingetraut.

"Bewachter" Strand an der Westküste


Anschließend ging es wieder zurück in Richtung Hostel. Aber das Highlight des Tages, ja vielleicht des gesamten Urlaubs sollte noch kommen. Laut Reisführer gab es in der Nähe meines Hostels einen Sandstrand Namens „Turtle Beach.“ Angeblich soll hier die Wahrscheinlichkeit, echte Meeresschildkröten sehen zu können, sehr hoch sein. Ja, ja! Bei uns in Hamburg gibt es auch den Jungfernstieg, aber versuch da mal eine echte Jungfer zu sehen. „Tsss, Tsss immer diese Tourifallen“ dachte ich so zu mir und hielt dennoch an besagter Stelle an.

Doch schon kurz nachdem ich das Auto geparkt hatte und mich zum Strand hinbegab, glaubte ich nicht was ich dort sah. Am Strand lagen 4 grüne Seeschildkröten faul in der Sonne und dösten so vor sich hin. Aber es kam noch besser. Man sah mindestens 15 weitere von Ihnen im Meer schwimmen/tauchen und in regelmäßigen Abstand hoben Sie Ihren Kopf um nach Luft zu schnappen. Aber es kommt NOCH VIEL besser, lol !!!

Das was die da gerade machen ist auch eines meiner Hobbys :-)

Der gemeine Schnorchler ansich versucht IMMER, wenn er etwas außergewöhnliches sieht, dem Objekt seiner Begierde hinterher zu schwimmen. Zu 99% versucht aber das arme, verschreckte Tier dann, dem Schnorchler zu entkommen und flüchtet ins offenen Meer.
Hier aber war die Welt anders und so etwas habe ich noch NIE, NIE, NIEMALS vorher gesehen. Dazu möchte ich kurz Anmemerken, dass ich mit über 300 Tauchgängen schon einiges an „Wasserlebewesen“ gesehen habe. Also, es war so: 2 schnorchelnde Schwimmer sahen eine relativ große Turtle und schwammen auf diese zu. Alles normal soweit. Die Turtle bemerkte die beiden und schwamm nun aber nicht in Richtung Meer, sondern in Richtung der Schnorchler. Auf einmal hörte man einen der beiden irgendetwas zum anderen rufen und als wenn die liebe Schildkröte plötzlich zum weißen Hai mutiert wäre, wurde aus dem langsamen schnorcheln ein schneller Kraulstil in Fluchtrichtung Sandtrand und die Turtle in ca. 1m Abstand den beiden hinterher. Ich schmiss mich wirklich fast weg vor lachen.


Wie ich später heraus fand, ist dieser Teil des Strandes der Fress- und Ruheplatz der Tiere und Sie sind weder dressiert noch von Menschhand aufgezogen worden. Da Sie sich jedoch über die letzten Jahre und Jahrzehnte hinweg diesen Strandabschnitt mit den Menschen teilen mussten, sind Sie halt einfach an den Menschen gewöhnt und überaus neugierig und zutraulich geworden. Es gibt sogar einige „Ranger“ am Strand, die mit roten Leinen das Gebiet der schlafenden Schildkröten absperren, damit Sie keiner stört oder anfasst. Bis auf 2 Meter darf man dennoch an die Urwesen der Meere heran. Vielleicht sollten die Ranger mal lieber rote Leinen um die Schnorchler anstatt um die Turtles machen :-)

Mit diesem tollen Erlebnis ging es dann zum Abendessen und anschließend mit Ohrstöpseln ins Bett.

Apropo Ohrstöpsel. Hat mal jemand von Euch ein gutes Rezept für Hähnchenschenkel oder Hühnersuppe ??? :-)

Aloha,
Euer Sven

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen